Wie Solingen Abschied nimmt: Vom Sarg zur Urne und neuen Grabkulturen
Sebastian KönigWie Solingen Abschied nimmt: Vom Sarg zur Urne und neuen Grabkulturen
Bestattungskultur in Solingen hat sich in den letzten Jahren spürbar gewandelt
In Solingen haben sich die Bestattungsgewohnheiten in den vergangenen Jahren deutlich verändert: Urnenbestattungen nehmen stark zu, während Erdbestattungen im Sarg rückläufig sind. Dieser Wandel spiegelt einen größeren Trend wider, wie Menschen heute an Trauerkultur und Gedenken herangehen.
Noch 2014 waren Sarg- und Urnenbestattungen in den evangelischen Friedhöfen Solingens fast gleichauf. Bis 2022 entfielen bereits über zwei Drittel aller Beisetzungen auf Urnen. Die Gesamtzahl der Bestattungen blieb dabei stabil – zwischen 800 und 850 pro Jahr.
Auch der Evangelische Kirchenkreis Solingen hat seine Regeln gelockert: Seit Kurzem sind Bestattungen für Nicht-Mitglieder möglich, ein Bruch mit der bisherigen Praxis. Gleichzeitig haben die Friedhöfe neue Grabformen eingeführt, um den veränderten Bedürfnissen gerecht zu werden.
Zur Auswahl stehen nun unter anderem Wiesengräber, Kolumbarien, Baumbestattungen sowie thematische Grabfelder wie „Kunst und Kultur“ oder „Garten der Hoffnung“. Die meisten dieser Varianten sind pflegeleicht – gegen eine einmalige Gebühr übernimmt das Friedhofspersonal die Instandhaltung. Das kommt Angehörigen entgegen, die weit weg wohnen oder sich nicht regelmäßig um Gräber kümmern möchten.
Der Anstieg der Urnenbestattungen und die Nachfrage nach pflegeleichten Grabstätten zeigen deutlich: Immer mehr Menschen bevorzugen schlichte, weniger aufwendige Formen des Gedenkens. Diese Entwicklungen prägen heute das Bild der evangelischen Friedhöfe in Solingen – während die jährliche Zahl der Beisetzungen konstant bleibt.






