Willich streitet über höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge
Sebastian KönigWillich streitet über höhere Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen Geschwisterzuschläge
Willicher Stadtrat prüft Änderungen bei Kita-Gebühren – Eltern protestieren gegen neue Geschwisterzuschläge
Angesichts wachsender Haushaltsbelastungen überarbeitet der Stadtrat von Willich die Gebühren für Kinderbetreuung. Eltern zeigen sich besorgt über Personalmangel und unerwartete Schließungen von Einrichtungen, während die Verwaltung nach Wegen sucht, Kosten zu senken und zusätzliche Einnahmen zu generieren. Die Debatte hat neuen Auftrieb erhalten, nachdem die CDU vorgeschlagen hatte, für Geschwisterkinder in Kitas, der Nachmittagsbetreuung und der Tagespflege zusätzliche Gebühren zu erheben.
Auslöser der Diskussion war ein Auftrag des Haupt- und Finanzausschusses an die Verwaltung, die Regeln für Elternbeiträge zu überarbeiten. Bürgermeister Christian Pakusch präzisierte später, dass es vor allem um Anpassungen bei den Geschwisterzuschüssen und eine indexbasierte Gebührenanpassung gehe – ein vollständiger Wegfall der Geschwisterermäßigungen sei jedoch nicht geplant. Der Jugendhilfeausschuss der Elternvertreter (JAEB) lehnt sowohl die neuen Geschwistergebühren als auch höhere Beitragsanpassungen jedoch entschieden ab.
Die Stadt strebt an, durch die Kürzung von Geschwisterermäßigungen rund 500.000 Euro einzunehmen und weitere 100.000 Euro durch eine Deckelung der Gebührenerhöhungen auf drei Prozent zu erwirtschaften. SPD-Sprecher Dietmar Winkels kritisierte den Ansatz scharf: "Eltern dürfen nicht die Hauptlast der Haushaltskonsolidierung tragen." Die Anratherin Marlene Mendes äußerte sich empört über die geplanten Gebührenerhöhungen und den möglichen Verlust der Geschwisterermäßigungen.
Die Diskussion um die Kinderbetreuung in Willich zieht sich bereits seit Monaten hin, ohne dass sich eine klare Lösung abzeichnet. Viele Eltern sind verärgert über unterbesetzte Einrichtungen und kurzfristige Schließungen – die aktuellen Finanzvorschläge verschärfen die Spannungen zusätzlich.
Mit den geplanten Änderungen könnten rund 600.000 Euro in den strapazierten Haushalt der Stadt fließen. Nun müssen die Verantwortlichen abwägen, ob die finanziellen Vorteile die anhaltenden Bedenken von Eltern und Interessenverbänden überwiegen. Eine endgültige Entscheidung über die Gebührenanpassungen steht noch aus.






