Wüst verteidigt Kündigung des Porr-Vertrags für Leverkusener Rheinbrücke
Niklas SchmitzWüst verteidigt Kündigung des Porr-Vertrags für Leverkusener Rheinbrücke
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Entscheidung des Landes verteidigt, den Vertrag mit dem Bauunternehmen Porr für die neue Rheinbrücke Leverkusen vor sechs Jahren zu kündigen. Als Gründe nannte er systemische Mängel sowie schwerwiegende Fehler in den Stahlkomponenten.
Wüst bestätigte, dass er die Vertragsauflösung gebilligt habe, um den Fertigstellungstermin der Brücke zu beschleunigen. Seine Entscheidung sei im Auftrag der Bundesregierung und auf Basis von Gutachten gefallen. Zudem gehe man nun von einer Fertigstellung in zwei Jahren, also bis Mitte 2028, aus.
Die neue Leverkusener Rheinbrücke besteht aus zwei parallelen Brückenbauwerken. Die erste ist bereits in Betrieb, während die zweite noch im Bau ist. Aktuell laufen die Stahlbauarbeiten, ab September 2026 soll die Montage der Pylone beginnen.
Der Rechtsstreit über die Vertragskündigung wird derzeit vor dem Landgericht Köln verhandelt. Die Bundesregierung fordert von Porr Schadensersatz in Höhe von über 350 Millionen Euro. Das Bauunternehmen wiederum verlangt mehr als 200 Millionen Euro für erbrachte Leistungen und nicht abgegoltene Arbeiten. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) betonte, dass er unabhängig vom Urteil keine negativen Folgen für das Land erwarte.
Die finanziellen Risiken im Verfahren könnten sich – Zinsen und Zeszinsen eingerechnet – auf bis zu eine Milliarde Euro belaufen. Die Vertragsauflösung sollte strukturelle Probleme beheben und den Bau beschleunigen. Das Projekt liegt weiterhin im Zeitplan für eine Fertigstellung bis Mitte 2028. Der Rechtsstreit dauert an, wobei für beide Seiten hohe Summen auf dem Spiel stehen.
