Zufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Independent-Theater
Nina LehmannZufit Simon revolutioniert mit The Fight Club das Independent-Theater
Die gefeierte Choreografin Zufit Simon eröffnet in diesem Jahr das Best OFF Festival für Independent-Theater in Hannover. Ihr neuestes Werk The Fight Club feiert am 23. April Premiere. Das Stück markiert eine kühne Wende in ihrer künstlerischen Ausrichtung – mit Kampf und maskuliner Energie als zentralen Elementen.
1980 in Israel geboren, lebt Simon seit 25 Jahren in Deutschland. Erstmals auf sich aufmerksam machte sie 2005, als ihr Solo fleischlos mit dem dritten Platz als Bestes Deutsches Tanzsolo bei der euroscene Leipzig ausgezeichnet wurde. Eine wichtige Förderin in ihren frühen Jahren war die artblau Tanzwerkstatt von Dietrich Oberländer in Braunschweig, die viele ihrer Arbeiten produzierte.
2016 zog das Niedersächsische Ministerium für Kunst und Kultur die konzeptionelle Förderung für ihre Projekte zurück. Dennoch blieb sie innovativ: Ihr Solo Foams (Schäume) von 2019 führte unchoreografierte Bewegungen, vokale Experimente und technische Verzerrungen ein – und sprengte damit die Grenzen des zeitgenössischen Tanzes.
Simons Choreografien werden oft mit der molekularen Küche verglichen: Jedes Element ist präzise verfeinert, behält dabei aber seine volle Intensität. 2024 schloss das LOT-Theater, eine langjährige Spielstätte für ihre Premieren, wegen Insolvenz. Ein Jahr später erhielt sie mit nur 45 Jahren den Münchner Tanzpreis für ihr Lebenswerk.
The Fight Club ist Simons jüngste Auseinandersetzung mit Körperlichkeit und Konflikt. Die Festivaleröffnung unterstreicht ihren anhaltenden Einfluss auf das independent Theater. Trotz sich wandelnder Spielstätten und Förderlandschaften stellt sie weiterhin Konventionen infrage.






