47.000 Euro für 20 Meter: Warum diese Ampeln in Rheda-Wiedenbrück alle verwirren
Nina Lehmann47.000 Euro für 20 Meter: Warum diese Ampeln in Rheda-Wiedenbrück alle verwirren
Eine umstrittene Ampelanlage in Rheda-Wiedenbrück steht in der Kritik, Steuergelder verschwendet zu haben. Der Bund der Steuerzahler nahm das Projekt in sein aktuelles „Schwarzbuch“ auf und listet darin 14 Fälle fragwürdiger Ausgaben in Nordrhein-Westfalen auf. Die Stadt ließ an der Pixeler Straße vier Ampeln auf nur 20 Metern Abstand installieren – deutlich mehr als die übliche Distanz von etwa vier Metern.
Die ungewöhnliche Konstruktion kostete die Steuerzahler zwischen 47.000 und 51.000 Euro, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von weiteren 1.000 bis 1.500 Euro. Der Bund der Steuerzahler argumentiert, Radfahrer sollten nicht 40 Meter Umweg in Kauf nehmen müssen, nur um ein oder zwei eng gesetzte Ampeln zu passieren.
Die Stadt verteidigte die Entscheidung mit der Begründung, die Bezirksregierung habe diese Lösung als Voraussetzung für die Förderung eines Radwegs gefordert. Das „Schwarzbuch“ hält jedoch fest, dass zwar mehrere Sicherheitsoptionen für die Querung bestanden, aber keine konkrete Gestaltung vorgeschrieben war. Sieben verschiedene Behörden bewerteten die Stelle – mit widersprüchlichen Einschätzungen zu den bestehenden Risiken.
Selbst die Stadt gab später zu, dass die Anlage verwirrend wirke. Der Fall sorgte inzwischen für größere Aufmerksamkeit, nachdem der Komiker Mario Barth die Ampeln in einer Folge seiner RTL-Sendung „Mario Barth deckt auf“ thematisierte.
Durch den Bericht des Bundes der Steuerzahler gerät das Projekt nun unter weiteren Druck. Sowohl die jährlichen Kosten als auch die ursprünglichen Ausgaben werfen die Frage auf, ob nicht einfachere und günstigere Alternativen übersehen wurden. Das Eingeständnis der Stadt, die Anlage sei missverständlich, nährt zudem Zweifel am Entscheidungsprozess.






