Alte Häuser, neue Lösungen: Wie Bundesländer die energetische Sanierung vorantreiben
Sebastian KönigAlte Häuser, neue Lösungen: Wie Bundesländer die energetische Sanierung vorantreiben
Deutschlands alternder Wohnungsbestand stellt eine große Herausforderung für die Energieeffizienz dar. Rund zwei Drittel der bestehenden Immobilien wurden vor 1979 errichtet – oft mit schlechter Dämmung, veralteten Heizsystemen und hohem Energieverbrauch. Nun greifen regionale Initiativen und Förderprogramme, um Sanierungen zu beschleunigen und die Emissionen zu senken.
Der Gebäudesektor ist für 35 bis 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich, wobei Wohnimmobilien den größten Anteil ausmachen. Doch die aktuelle Sanierungsquote liegt bei nur 1 Prozent pro Jahr – weit unter den 2 bis 3 Prozent, die nötig wären, um die Klimaziele zu erreichen.
Um gegenzusteuern, haben mindestens sechs Bundesländer – Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg – offizielle Förderprogramme aufgelegt. Diese bieten zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse für energetische Sanierungen an und orientieren sich an Kooperationsmodellen wie dem zwischen der Kreissparkasse Köln und ProEco Rheinland.
ProEco Rheinland bietet unabhängige Energieberatungen an, darunter maßgeschneiderte Sanierungsfahrpläne (iSFP) und digitale Grundrisse, die per 3D-Scan erstellt werden. Zu den Leistungen gehören auch Energieausweise, die Gebäude von A+ (höchste Effizienz) bis H (geringste Effizienz) einordnen. Hauseigentümer können Zuschüsse von bis zu 12.000 Euro pro Jahr und Wohneinheit beantragen, während die Kreissparkasse Köln den S-Modernisierungskredit anbietet – bis zu 100.000 Euro ohne Grundbucheintrag.
Die Partnerschaft umfasst zudem Beratung zu Photovoltaikanlagen, wobei ProEco Rheinland eine Installation innerhalb von 12 Wochen garantiert. Ziel ist es, energetische Modernisierungen schneller, erschwinglicher und für alle zugänglich zu machen.
Mit staatlicher Förderung und vereinfachten Dienstleistungen haben Hauseigentümer nun mehr Möglichkeiten, die Energieeffizienz ihrer Immobilien zu verbessern. Der Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland die Emissionen seines alternden Gebäudebestands dringend reduzieren muss. Schnellere Sanierungen könnten die Lücke zwischen dem aktuellen Fortschritt und den langfristigen Klimazielen schließen.






