Aus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus-Alstätte baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Nina LehmannAus Müllhalde wird Ökostrom: Ahaus-Alstätte baut Solarpark auf stillgelegter Deponie
Stillgelegte Deponie in Ahaus-Alstätte wird zum Solarkraftwerk
Auf einer ehemaligen Deponie in Ahaus-Alstätte entsteht bald ein großes Solarpark-Projekt. Der Kreis Borken hat grünes Licht für das Vorhaben gegeben, das das einstige Müllgelände in ein Zentrum für erneuerbare Energien verwandeln soll. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch Kostensenkungen und eine Stärkung der lokalen Nachhaltigkeitsbemühungen.
Die Deponie war 2006 geschlossen worden, nachdem dort jahrzehntelang schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken – darunter auch Materialien von Siemens und regionalen Anlagen – gelagert worden waren. Seit zwei Jahrzehnten unterliegt das Gelände strengen Umweltauflagen: Die Überwachung des Grundwassers und Sanierungsmaßnahmen werden von der Landesumweltbehörde Nordrhein-Westfalens koordiniert. Wegen anhaltender Bedenken hinsichtlich Strahlung und langfristiger Risiken blieb das Areal bisher ungenutzt – bis jetzt.
Die Westmünsterland Abfallwirtschaftsgesellschaft treibt das Solarpark-Projekt voran, das bis Mitte 2025 in Betrieb gehen muss, um staatliche Fördergelder zu erhalten. Die schwierigen Bodenverhältnisse vor Ort machen das Gelände für die meisten Nutzungen ungeeignet, doch Solarenergie bietet hier eine praktikable Lösung. Neben der Stromerzeugung könnte der Park dazu beitragen, die laufenden Unterhaltskosten der Deponie zu decken – und möglicherweise sogar die Müllgebühren für die Anwohner zu senken.
Geplant ist zudem, den Standort als Speicher für überschüssigen Windstrom zu nutzen. Dieser doppelte Ansatz würde das Potenzial des Geländes voll ausschöpfen und gleichzeitig sein industrielles Erbe aufarbeiten.
Der Solarpark markiert einen Neuanfang für die Deponie Ahaus-Alstätte. Wird das Projekt wie vorgesehen fertiggestellt, liefert es saubere Energie, entlastet die Haushalte finanziell und gibt einem lange brachen Gelände eine neue Bestimmung. Sein Erfolg hängt jedoch davon ab, die Frist 2025 einzuhalten und die zugesagten Fördermittel zu sichern.