Bottroper Klärwerk wird für 45 Millionen Euro modernisiert – ohne Betriebsstillstand
Matteo BöhmBottroper Klärwerk wird für 45 Millionen Euro modernisiert – ohne Betriebsstillstand
Die Emschergenossenschaft hat mit einer umfassenden Modernisierung ihres Klärwerks in Bottrop begonnen – ein Projekt im Umfang von 45 Millionen Euro. Die Anlage, Deutschlands erstes großtechnisches Klärwerk, das vollständig energieautark arbeitet, wird während der Bauarbeiten durchgehend in Betrieb bleiben. Die Maßnahmen sind so geplant, dass die Reinigungsprozesse nicht beeinträchtigt werden.
Das Vorhaben ist in neun Bauabschnitte unterteilt, wobei sich die ersten drei auf die Hauptzulaufkanäle konzentrieren. Ein temporäres Pumpsystem übernimmt während dieser Phase die Abwasserentsorgung, um Unterbrechungen zu vermeiden. Zudem dürfen aus regulatorischen Gründen nie mehr als vier Becken gleichzeitig außer Betrieb genommen werden.
Zu den zentralen Verbesserungen gehört der Austausch der veralteten Schlammräumer durch zwei neue Aggregate, von denen jedes zwei Becken bedient. Die Einlauföffnungen der Nachklärbecken werden erweitert, und neue Leitbleche sorgen für eine optimierte Strömungsführung. Ein neues Belüftungssystem in den Kanälen verteilt die Luft gleichmäßiger, während die gereinigten Wasserläufe abgedeckt werden, um das Algenwachstum zu reduzieren.
Trotz des umfangreichen Umbaus bleibt die Anlage auch in Spitzenzeiten leistungsfähig und kann bis zu 8.500 Liter Abwasser pro Sekunde reinigen. Ziel der Modernisierung ist es, die Effizienz zu steigern, ohne die Energieunabhängigkeit des Standorts zu gefährden.
Die Sanierung soll kritische Bereiche des Bottroper Klärwerks auf den neuesten Stand bringen – und das ohne Betriebsunterbrechungen. Die Investition von 45 Millionen Euro dient der Steigerung der Reinigungskapazität und der Nachhaltigkeit. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Anlage weiterhin als Vorzeigeprojekt für energieeffiziente Abwasserbehandlung gelten.






