22 March 2026, 02:02

BP setzt trotz Ölmarkt-Turbulenzen auf radikale Umstrukturierung bis 2027

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Anlagen für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP setzt trotz Ölmarkt-Turbulenzen auf radikale Umstrukturierung bis 2027

BP treibt trotz neuer Turbulenzen auf den Ölmärkten weitreichende Veränderungen voran. Bis 2027 plant der Konzern, Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern – mehr als die Hälfte davon ist bereits umgesetzt. Gleichzeitig zwingen stark schwankende Rohölpreise und operative Herausforderungen das Unternehmen zu einer strategischen Neuausrichtung.

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Seit Mitte 2024 hat der Energiekonzern seine Umstrukturierung beschleunigt, um Kosten zu senken und die Finanzlage zu festigen. Innerhalb eines Jahres sank der Börsenwert um etwa 15 Prozent – von 95 Milliarden US-Dollar im März 2025 auf 81 Milliarden US-Dollar im März 2026. Anleger zeigen sich skeptisch angesichts der zögerlichen Fortschritte BP bei der Erreichung seiner Klimaneutralitätsziele. Zudem belasten sinkende Ölpreise und verschärfte europäische Vorschriften für fossile Brennstoffe die Lage zusätzlich.

Ein jüngster Preissprung der Nordsee-Ölsorte Brent auf 112 US-Dollar pro Barrel folgte auf Blockaden in der Straße von Hormus, durch die fast 20 Prozent der globalen Öl- und Flüssiggastransporte zum Erliegen kamen. Die Störung trifft BP in einer Phase strenger Sparmaßnahmen: Das Unternehmen erhöhte sein Einsparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027. Gleichzeitig eskalieren die Arbeitskonflikte, nachdem BP 800 Gewerkschaftsmitglieder in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, ausgesperrt hatte. Dennoch rechnet das Unternehmen nicht mit größeren Produktionsverzögerungen.

In Deutschland veräußert BP seine Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Mit dem Deal wechseln 1.800 Mitarbeiter sowie eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 12 Millionen Tonnen den Besitzer. Analysten der HSBC stuften daraufhin die BP-Aktie von "Reduzieren" auf "Halten" hoch und verwiesen auf die Entlastung von 1,7 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten, die mit der Raffinerie verbunden sind.

Die US-Regierung hat die Lieferkettenengpässe vorübergehend gelindert, indem sie das Jones-Gesetz für 60 Tage aussetzte. Dadurch dürfen ausländische Schiffe Waren zwischen US-Häfen transportieren – eine willkommene Flexibilität in unsicheren Marktzeiten.

Mit dem Verkauf von Vermögenswerten und weiteren Kostensenkungen will BP seine finanzielle Stabilität in einem sich wandelnden Energiemarkt sichern. Angesichts der schwankenden Ölpreise und wachsenden regulatorischen Hürden wird sich zeigen, wie anpassungsfähig der Konzern ist. Die Veräußerung der Gelsenkirchener Raffinerie markiert einen wichtigen Schritt in der umfassenden Restrukturierungsstrategie.

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