Circus Group kämpft trotz Roboter-Küchen und Militärdeals mit Pleitegefahr
Sebastian KönigCircus Group kämpft trotz Roboter-Küchen und Militärdeals mit Pleitegefahr
Roboter-Küchenhersteller Circus Group SE kämpft trotz ehrgeiziger Expansionspläne mit finanziellen Problemen
Seit Januar ist der Aktienkurs des Unternehmens um über 53 Prozent eingebrochen und notiert derzeit bei nur noch 5,58 Euro. Gleichzeitig versucht das Unternehmen, seine Pipeline von 8.000 Einheiten in tatsächliche Verkäufe umzuwandeln und die Finanzen umzustrukturieren.
Um die Liquidität zu sichern und die Produktion auszuweiten, hat das Unternehmen bereits Maßnahmen ergriffen. Eine kürzlich platzierte Mini-Anleihe brachte rund 1,67 Millionen Euro ein, um die Herstellung der neuen CA-1-Roboter zu finanzieren. Die Produktionskapazitäten sind bereits vorhanden: Der Auftragsfertiger Celestica kann vierstellige Stückzahlen bewältigen.
Um den Absatz anzukurbeln, kooperiert Circus Group mit MMV Leasing, sodass Gastronomiebetriebe die KI-gestützten Roboter leasen statt kaufen können. Zudem laufen Pilotprojekte, darunter ein Test mit der REWE-Supermarktkette und eine geplante Installation bei Mercedes-Benz.
Auch militärisch wird die Technologie erprobt: Die Bundeswehr testet die autonomen Kochsysteme für die Truppenverpflegung. Zudem wurde ein Liefervertrag mit der ukrainischen Armee über bis zu 25 Einheiten unterzeichnet, wobei der Zeitplan für die Auslieferung noch unklar ist. Um die Sichtbarkeit auf dem US-Markt zu erhöhen und internationale Investoren anzuziehen, hat das Unternehmen zudem ein American Depositary Receipt (ADR)-Programm gestartet.
Trotz dieser Initiativen bleiben die finanziellen Herausforderungen bestehen. Für 2025 erwartet das Unternehmen einen operativen Verlust von 15 Millionen Euro bei einem Umsatz von lediglich 250.000 Euro. Die Unternehmensführung verweist auf einen theoretischen Auftragsbestand im Wert von 1,6 Milliarden Euro – doch die Umwandlung in konkrete Verkäufe bleibt die zentrale Hürde.
Circus Group SE baut weiterhin Partnerschaften und Produktionskapazitäten aus, während es mit Verlusten zu kämpfen hat. Ob es gelingt, den Aktienkurs zu stabilisieren und die Auftragspipeline in Umsatz zu verwandeln, hängt vom Erfolg des Leasingmodells, der Pilotprojekte und der Militärverträge ab. Aktuell konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Finanzstruktur neu aufzustellen, um die Zukunft zu sichern.






