FDP vor Richtungsentscheid: Dürr oder Höne als neuer Parteichef?
Die FDP bereitet sich darauf vor, auf ihrem Parteitag im Mai einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Zwei Kandidaten, Christian Dürr und Henning Höne, konkurrieren um die Position. Die Entscheidung fällt nach Dürrs Rücktrittsankündigung im März, der auf eine Phase interner Debatten und schlechter Wahlergebnisse folgte.
Volker Wissing, ehemaliger FDP-Generalsekretär, hat die Partei aufgefordert, ihre politische Ausrichtung klarer zu definieren. Er fragte, welche Vision die FDP den Wählern heute noch biete, und kritisierte den jüngsten Rechtsruck unter Dürrs Führung. Christian Dürr hatte im Mai 2025 den FDP-Vorsitz übernommen und einen "libertären Kurs" im Einklang mit traditionellen liberalen Werten versprochen. Seine Amtszeit stand im Zeichen von Bürokratieabbau, wirtschaftsliberaler Politik und der Verteidigung der Meinungsfreiheit. Die Partei setzte sich zudem für strengere Migrationsregeln ein, die an wirtschaftliche Erfordernisse und Digitalisierung geknüpft waren.
Unter Dürr brachte die FDP konkrete Vorhaben auf den Weg, etwa die Abschaffung einer Verwaltungsebene nach niedersächsischem Vorbild sowie die Überprüfung aller seit dem Jahr 2000 beschlossenen Gesetze auf mögliche Abschaffung. Eine weitere zentrale Forderung war die Sicherstellung ausreichender Deutschkenntnisse von Kindern beim Schulstart. Trotz dieser Initiativen blieb der Wahlerfolg aus, woraufhin Dürr am 23. März 2026 zurücktrat.
Wissing, der die FDP nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verließ, blieb als Parteiloser im Kabinett. Seither wirft er der Partei vor, eher Trends hinterherzulaufen als nachhaltige Wahlerfolge zu sichern. Seine Äußerungen spiegeln die anhaltenden Spannungen über die künftige Ausrichtung der FDP wider.
Die anstehende Abstimmung über den Parteivorsitz wird zeigen, ob die FDP Dürrs Kurs fortsetzt oder unter Henning Höne eine neue Strategie einschlägt. Die Delegierten entscheiden im Mai – das Ergebnis dürfte den weiteren Weg der Partei prägen. Der Führungsstreit der FDP folgt auf eine Phase sinkender Umfragewerte und innerparteilicher Konflikte. Der künftige Vorsitzende wird sich mit Wissings Kritik an der politischen Ausrichtung und der Wahlniederlagen auseinandersetzen müssen.
Das Ergebnis im Mai wird entscheiden, ob die FDP an ihrer bisherigen Linie festhält oder einen Neuanfang wagt, um das Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen.






