Gamescom 2024: Toxische Gaming-Kultur und Einsamkeit belasten die Szene
Matteo BöhmGamescom 2024: Toxische Gaming-Kultur und Einsamkeit belasten die Szene
Die Gamescom, die größte Spielemesse der Welt, öffnet diese Woche in Köln ihre Tore. Von Mittwoch bis Sonntag wird die Fachmesse Hunderttausende Besucher anziehen. Doch eine aktuelle Umfrage deckt besorgniserregende Trends unter passionierten Gamern auf – darunter weitverbreitete Feindseligkeit und Einsamkeit.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass 38 Prozent der Hardcore-Gamer regelmäßig Beleidigungen während des Spielens ausgesetzt sind. Fast jeder Siebte berichtete von häufigen verbalen Angriffen. Die Drohungen reichten von körperlicher Gewalt bis hin zu Vergewaltigung, wobei LGBTQ+-Personen und Frauen besonders oft ins Visier genommen wurden.
Die Erhebung förderte zudem tiefe gesellschaftliche Spaltungen zutage: Über 40 Prozent der engagierten Spieler stimmten der Aussage zu, Juden hätten weltweit zu viel Einfluss. Antifeministische Haltungen und Ablehnung gegenüber LGBTQ+-Menschen waren in dieser Gruppe weit verbreitet. Gleichzeitig fühlten sich 58 Prozent mäßig bis stark einsam.
Demografisch betrachtet sind drei Viertel der Hardcore-Gamer Männer, 55 Prozent sind zwischen 16 und 34 Jahre alt. Auffällig war auch das politische Engagement: 27 Prozent hatten im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen.
Die Gamescom findet statt, während die Gaming-Community zunehmend mit toxischem Verhalten kämpft. Zwar werden auf der Messe neue Titel und Technologien präsentiert, doch die Umfrage unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen. Veranstalter und Entwickler könnten gezwungen sein, sich diesen Problemen zu stellen – besonders in einer Branche, die weiter rasant wächst.






