10 May 2026, 12:02

Grüne kämpfen mit pinkem Büro und Feminismus um junge Männer zurückzugewinnen

Ein Plakat mit der Aufschrift "Geschlechterneutrale Toiletten" betont die Geschlechtergerechtigkeit in den Toiletteneinrichtungen.

Grüne kämpfen mit pinkem Büro und Feminismus um junge Männer zurückzugewinnen

In der deutschen Politik gibt es neue Versuche, junge Männer mit progressiven Ideen zu erreichen. Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, hat sich dies zur Priorität gemacht – selbst sein Büro pink gestrichen, um geschlechtsspezifische Normen infrage zu stellen. Doch sein Ansatz stößt seit Monaten auf sowohl Neugier als auch Widerstand.

Die Debatte entzündet sich, während rechtsextreme Parteien bei jungen männlichen Wählern an Zuspruch gewinnen und linksgerichtete Gruppen nach Wegen suchen, wieder Anschluss zu finden.

Banaszak skizzierte seine Vision einer „Männerpolitik“ erstmals in einem Playboy-Interview Anfang dieses Jahres. Er argumentierte, dass starre Geschlechterrollen sowohl Männer als auch Frauen schadeten und dass Männer sich aktiv für Feminismus einsetzen sollten. Sein nun pinkfarbenes Büro wurde zum Gesprächsthema – eine Anspielung auf den Torwart Tim Wiese, der die Farbe vor zwei Jahrzehnten ohne größere Kritik trug.

Doch nicht alle begrüßen die Strategie. Bei einem jüngsten Treffen mit dem Bundesfrauenrat hinterfragten einige Teilnehmerinnen, ob Banaszaks Fokus auf Männer frauenpolitische Themen in den Hintergrund dränge. Die Diskussion eskalierte und offenbart tiefe Gräben in der Frage, wie Gleichberechtigung anzugehen ist.

Die Grünen haben eine Geschichte darin, traditionelle Männlichkeit herauszufordern. 2010 veröffentlichten 21 ihrer Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Aktuelle Ereignisse zwingen jedoch zum Umdenken. Nach den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes gegen den Komiker Christian Ulmen wegen Übergriffen räumte Banaszak ein, dass sein Ansatz, Männer zu erreichen, möglicherweise angepasst werden müsse.

Unterdessen wirbt auch die extreme Rechte um die Gunst junger Männer. Der AfD-Politiker Maximilian Krah schlug in einem Video vor, dass junge Männer, die Schwierigkeiten haben, Partnerinnen zu finden, sich „der Rechten anschließen“ sollten. Dies folgte auf Daten der letzten Bundestagswahl, bei der Männer unter 24 mehrheitlich die AfD wählten, während junge Frauen sich eher für Mitte-links-Parteien entschieden.

Rasmus Andresen, Grünen-Abgeordneter im Europaparlament, versucht einen anderen Weg. Er postet Videos, in denen er linkspolitische Themen mit seinen persönlichen Interessen verknüpft – in der Hoffnung, gemeinsame Schnittmengen mit jungen Männern zu finden, die sich von progressiver Politik abgehängt fühlen.

Die Bemühungen der Grünen, junge Männer zu erreichen, sind noch im Fluss. Banaszaks pinkes Büro und feministische Botschaften haben Diskussionen ausgelöst, doch der Aufstieg rechtsextremer Unterstützung unter männlichen Wählern verleiht der Sache Dringlichkeit. Ob die progressive Politik diese Gruppe zurückgewinnen kann, bleibt eine offene Frage.

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