28 March 2026, 00:02

Handwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Schwarzarbeit und neuen Vergaberegeln

Offenes Buch mit dem Titel "Mechanic Institution, for the Advantage of Masters, Journeymen, and Apprenticeships", likely a proposal for establishing a mechanical institution.

Handwerk im Kreis Steinfurt kämpft mit Kosten, Schwarzarbeit und neuen Vergaberegeln

Landrat Dr. Martin Sommer empfing kürzlich Vertreter der Innungen im Kreishaus Steinfurt zum jährlichen Austausch. Die Gespräche drehten sich um drängende Themen – von steigenden Kosten bis zu neuen Vergaberegeln –, die das lokale Handwerk vor Herausforderungen stellen.

Im Mittelpunkt stand auch der anhaltende Kampf gegen Schwarzarbeit, die nicht nur die Sozialsysteme belastet, sondern gesetzestreue Betriebe und Steuerzahler zusätzlich benachteiligt.

Die Energiekosten sind zuletzt stark angestiegen, unter anderem wegen der Spannungen im Iran, was die Handwerksbetriebe in der Region unter Druck setzt. Lieferkettenprobleme und Investitionszögerlichkeit verschärfen die Lage weiter.

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Die Teilnehmer beleuchteten zudem die aktualisierten Vergaberegeln Nordrhein-Westfalens, die ab dem 1. Januar 2026 in Kraft treten. Die in § 75a GO NRW festgelegten Bestimmungen zielen darauf ab, Verfahren für Aufträge unter den EU-Schwellenwerten zu vereinfachen. Zwar bieten sie den Kommunen mehr Spielraum, doch konkrete Daten zu den Auswirkungen im Kreis Steinfurt – und wie sich die Region im Vergleich zu anderen schlägt – liegen noch nicht vor.

Betont wurde auch die Bedeutung der dualen Berufsausbildung, um stabile Karrierewege zu sichern und die Nachfolgeproblematik im Handwerk zu bewältigen. Die Teilnehmer wurden daran erinnert, dass der Kreis Steinfurt über die Kreishandwerkerschaft und die WESt Beratungsangebote für Betriebsübergaben und -übernahmen bereitstellt.

Zum Abschluss der Veranstaltung bekräftigten beide Seiten ihr Bekenntnis zu einer vertrauensvollen und engen Zusammenarbeit. Die Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und die Kreisverwaltung vereinbarten, den Dialog auch künftig fortzuführen.

Das Treffen unterstrich die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Abstimmung zwischen Kreis und Innungsvertretern. Zwar könnten die neuen Vergaberegeln Chancen eröffnen, doch kleinere Auftragslose bleiben für das lokale Handwerk vorrangig.

Schwerpunkte bleiben zudem die Förderung der Berufsausbildung und die Unterstützung bei Betriebsnachfolgen – flankiert von Maßnahmen gegen Schwarzarbeit und zur Entlastung der Handwerksbetriebe in finanzieller Hinsicht.

Quelle