Heino organisiert Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann nach Hymnen-Streit
Niklas SchmitzHeino organisiert Solidaritätskonzert für entlassenen Feuerwehrmann nach Hymnen-Streit
Ein Solidaritätskonzert des deutschen Schlagersängers und Volksmusik-Legende Heino hat für Aufsehen gesorgt, nachdem ein Feuerwehrmann wegen des Abspielens einer umstrittenen Version der Nationalhymne entlassen worden war. Rund 800 Menschen versammelten sich in Bad Belzig, um Richard Mänder zu unterstützen, der nach dem Vorfall seine Richtertätigkeit bei einer Feuerwehrmeisterschaft verlor. Die Veranstaltung war geprägt von patriotischen Darbietungen und Auftritten, was die Debatte weiter anheizte.
Der Streit begann, als der Feuerwehrmann Richard Mänder aus Bad Belzig die erste Strophe der deutschen Nationalhymne abspielte – eine Version, die wegen ihrer historischen Bezüge selten verwendet wird. Der Deutsche Feuerwehrverband reagierte, indem er Mänder von allen Schiedsrichteraufgaben bei der Meisterschaft ausschloss. Mänder wies rechtsextreme Gesinnungen von sich, bedauerte jedoch das "Missverständnis" und betonte, dass er nicht allein verantwortlich gemacht werden dürfe.
Heino, bekannt für seine Volksmusik- und Schlagerhits, kritisierte Mänders Entlassung scharf und organisierte ein Konzert zu dessen Unterstützung. Die Bühne war mit schwarz-rot-goldenen Fahnen geschmückt, während der Sänger Klassiker wie Schwarzbraun ist die Haselnuss und Einigkeit und Recht und Freiheit zum Besten gab. Unter den Besuchern, zu denen auch Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen zählten, wurde zu Liedern wie Layla und Karamba, Karacho, ein Whiskey getanzt – ein Zeichen der Solidarität mit Mänder.
Heinos Manager, Helmut Werner, verteidigte die Veranstaltung und betonte, die erste Strophe der Hymne sei "nie verboten" gewesen. Kritiker bezeichnete er als "ahnungslose Analphabeten" und forderte eine zweite Chance für Mänder. Unter den Gästen befand sich auch die Schlagersängerin Melanie Müller, die bereits wegen des Hitlergrußes verurteilt worden war. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Schieske lobte das Konzert später auf Instagram als "eng verbundene Gemeinschaft".
Heinos politische Haltung war bereits früher in die Kritik geraten, etwa wegen seiner Aufnahme der vollständigen Nationalhymne – inklusive aller drei Strophen – in den 1970er-Jahren, die auf Wunsch eines CDU-Politikers entstanden war. Auch sein Heimat-Album enthielt Lieder aus einem SS-Liederbuch, ohne dass ihm jedoch konkret extremistische Verbindungen vorgeworfen wurden. Werner wies solche Vorwürfe zurück und erklärte, sie seien haltlos.
Das Konzert spiegelte die anhaltenden Spannungen um nationale Symbole und Meinungsfreiheit wider. Feuerwehrleute aus mehreren Regionen nahmen teil, um gegen Mänders Bestrafung zu protestieren, während der Feuerwehrverband an seiner Entscheidung festhielt. Durch Heinos Auftritt und die Anwesenheit umstrittene Persönlichkeiten blieb die Veranstaltung weit über die lokale Gemeinschaft hinaus ein Gesprächsthema.






