14 April 2026, 12:04

Indischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte – und verspricht Milliardeninvestitionen

Aktienzertifikat für Inhaberaktien, ausgestellt von Landore Siemens Steel Company Limited, ein Dokument mit gedrucktem Text einschließlich des Firmennamens und der Adressdetails.

Indischer Stahlriese Jindal bietet für Thyssenkrupp-Stahlsparte – und verspricht Milliardeninvestitionen

Der indische Stahlkonzern Jindal Steel International hat ein unverbindliches Angebot für die Übernahme der Stahlsparte von Thyssenkrupp abgegeben. Der Vorstand des deutschen Unternehmens wird das Gebot nun prüfen und dabei die finanziellen Auswirkungen, die Umweltziele sowie die Arbeitsplatzsicherheit an den Standorten bewerten. Zuvor hatte Thyssenkrupp bereits Gespräche über ein Joint Venture mit dem tschechischen Investor Daniel Křetínský geführt, bevor das neue Angebot auf den Tisch kam.

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Jindal Steel, einer der größten integrierten Stahlproduzenten Indiens, ist bereits in Afrika und Australien aktiv. Noch in diesem Jahr übernahm das Unternehmen ein Stahlwerk in Tschechien und bewirbt sich zudem um die Übernahme eines italienischen Stahlherstellers. Im letzten Geschäftsjahr verzeichnete Jindal Steel einen Umsatz von 12 Milliarden Euro bei einer operativen Gewinnmarge von 22 Prozent.

Die Stahlsparte von Thyssenkrupp, die im Geschäftsjahr 2023/24 einen Umsatz von 10,7 Milliarden Euro und einen bereinigten operativen Gewinn von 261 Millionen Euro erzielte, hatte ursprünglich eine Partnerschaft mit Křetínský angestrebt. Dieser hatte im vergangenen Jahr 20 Prozent an der Sparte erworben. Jindal Steels Angebot verspricht nun, Thyssenkrupp Steel zum größten und klimafreundlichsten Stahlproduzenten Europas zu machen.

Das Gebot umfasst Zusagen zum Bau einer Direktreduktionsanlage (DRI) in Duisburg sowie Investitionen von über 2 Milliarden Euro in neue Lichtbogenofen-Kapazitäten. Der Betriebsrat der Thyssenkrupp-Stahlsparte zeigte sich positiv gestimmt und verwies auf die Zusage der Eigentümerfamilie, die Mitbestimmungskultur des Unternehmens zu wahren und in die bestehenden Standorte zu investieren.

Der Thyssenkrupp-Vorstand wird das Angebot anhand seiner wirtschaftlichen, ökologischen und beschäftigungspolitischen Auswirkungen bewerten. Bei einer Zustimmung würde der Deal für Jindal Steel einen bedeutenden Expansionsschritt in Europa bedeuten. Die Entscheidung wird die Zukunft eines der größten deutschen Stahlproduzenten und seiner Belegschaft prägen.

Quelle