Interaktive Karte zeigt NRWs Polizeigeschichte zwischen Weimarer Republik und NS-Zeit
Nina LehmannInteraktive Karte zeigt NRWs Polizeigeschichte zwischen Weimarer Republik und NS-Zeit
Interaktive Website beleuchtet die Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens
Eine neue interaktive Website bietet Einblicke in die Polizeigeschichte Nordrhein-Westfalens. Das Projekt mit dem Titel „Orte der Polizeigeschichte“ ging am Montag, dem 9. Dezember 2024, online und wurde von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) entwickelt. Es verzeichnet rund 50 zentrale Schauplätze und wirft ein Licht auf die Rolle der Polizei während der Weimarer Republik und der NS-Zeit.
Die Initiative setzt sich mit schwierigen Abschnitten der Geschichte auseinander, darunter die Verstrickung von Beamten in Verbrechen unter der NS-Herrschaft. Polizeiführungen betonen heute die Notwendigkeit, aus diesen Ereignissen zu lernen, um künftige Versäumnisse zu verhindern.
Einer der bedeutendsten Orte ist das Polizeipräsidium Recklinghausen an der Westerholter Straße. Während der NS-Zeit entwickelte sich das Gebäude zu einem Zentrum der Gestapo-Grausamkeit, in dem Folter und Misshandlungen an der Tagesordnung waren. Angehörige des Recklinghäuser Polizeibataillons 316 waren zudem an Erschießungen in besetzten Gebieten beteiligt.
Noch vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten inszenierte sich die Polizei in der Weimarer Republik als „Freund und Helfer“. Dieses Bild wurde unter dem Hitler-Regime pervertiert, als die Strafverfolgungsbehörden zu Werkzeugen der Unterdrückung umfunktioniert wurden. Die neue Website und die dazugehörige Karte – abrufbar hier – dokumentieren diese Entwicklung.
Die Recklinghäuser Polizei hat bereits Schritte unternommen, um sich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen. Die Dauerausstellung „Wir erinnern“ wurde überarbeitet, um NS-Verbrechen aufzuarbeiten und demokratische Werte bei angehenden Beamten zu stärken. Friederike Zurhausen, die Polizepräsidentin der Stadt, unterstreicht, wie wichtig das Verständnis dieser Geschichte ist. Nur durch die Aufarbeitung vergangener Verbrechen könnten Wiederholungen verhindert werden, so ihre Überzeugung.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt finden sich hier.
Die interaktive Plattform macht nun Jahrzehnte der Polizeigeschichte – einschließlich der dunklen Kapitel des 20. Jahrhunderts – öffentlich zugänglich. Durch die Dokumentation dieser Orte stellt die Initiative sicher, dass das Handeln von Beamten unter der NS-Diktatur nicht in Vergessenheit gerät. Gleichzeitig unterstützt das Projekt aktuelle Bestrebungen, demokratische Prinzipien in der modernen Polizeiarbeit zu festigen.






