IW drängt auf EU-Handelsabkommen mit Golfstaaten trotz Nahost-Konflikte
Niklas SchmitzIW drängt auf EU-Handelsabkommen mit Golfstaaten trotz Nahost-Konflikte
Das Deutsche Wirtschaftsinstitut (IW) fordert engere Handelsbeziehungen zwischen der EU und den Golfstaaten. Trotz der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten betont das IW die wirtschaftlichen Chancen für beide Regionen. Zu den jüngsten deutschen Exportgütern in die Golfregion zählen Autos, Pharmaprodukte und Maschinen.
Der Anteil der EU an den Importen der Golfstaaten ist in den vergangenen 20 Jahren gesunken. Lag er 2004 noch bei 26 Prozent, so belief er sich 2024 nur noch auf 18 Prozent. Das IW empfiehlt nun die Verhandlungen über ein formelles Handelsabkommen, um diesen Rückgang umzukehren.
Ein mögliches Abkommen könnte der EU den Zugang zu kohlenstoffarmem Stahl und günstigerem Wasserstoff aus den Golfstaaten eröffnen. Gleichzeitig könnten deutsche Hersteller von den anstehenden Reparaturen an der Energieinfrastruktur in der Region profitieren. Der Krieg hat einen mittelfristigen Modernisierungsbedarf geschaffen, der neue Aufträge für Maschinen- und Anlagenbauer mit sich bringt.
Deutschland exportiert bereits jetzt Schlüsselgüter in die Golfregion, darunter hochwertige Fahrzeuge, Medizinprodukte und Industrieausrüstungen. Das IW argumentiert, dass ein Handelsabkommen diese Märkte sichern und weiter ausbauen würde.
Das vorgeschlagene Abkommen zielt darauf ab, den EU-Zugang zu Ressourcen der Golfstaaten zu verbessern und gleichzeitig die deutsche Industrie zu stärken. Falls es zustande kommt, könnte es die Einfuhren nachhaltiger Materialien erhöhen und Maschinenbauunternehmen neue Geschäfte bescheren. Der Vorstoß des IW erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die EU versucht, ihren wirtschaftlichen Einfluss in der Region wieder aufzubauen.






