Kulturschaffende starten Notruf vor der Berliner Wahl: "Rettet unsere Bühnen!"
Sebastian KönigKulturschaffende starten Notruf vor der Berliner Wahl: "Rettet unsere Bühnen!"
Kampagne zum Schutz der Berliner Kulturszene vor der September-Wahl gestartet
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ hat mit einer Aktionswoche ihre Forderung nach stärkerer Förderung der Künste eingeläutet – kurz vor der Wahl am 20. September. Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet, um politischen Druck für Veränderungen aufzubauen.
Bei der Auftaktveranstaltung warnten Redner vor den wachsenden Bedrohungen für die Berliner Kunst- und Kulturszene. Tom Streidel, Tischler am Maxim-Gorki-Theater, sprach sich gegen Pläne aus, das Theater zugunsten der Stiftung Oper in Berlin abzubauen. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, verurteilte die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als Fehler und wies auf die Schließungsgefahr für das Atelierhaus in der Wilsnacker Straße hin.
Reese berichtete von einem prägenden Erlebnis: Mit 14 Jahren habe ihn ein Theaterbesuch in Paderborn nachhaltig verändert. Unter dem Motto „#deineStimmefürKultur“ wirbt die Kampagne um Wählerstimmen. Einige Institutionen haben sogar „Wahl-Prüflisten“ für Kandidaten entwickelt, wie die Initiative „Kunst- und Kulturvermittlung stärken!“.
Nur wenige Politiker nahmen an der Auftaktveranstaltung teil, darunter Katharina Marg von der Linken, sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg. Die „Berliner Erklärung“ fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen, sowie stabile Förderstrukturen.
Ziel der Aktionswoche ist es, Kultur zu einem zentralen Wahlkampfthema zu machen. Im Fokus stehen langfristige Finanzierungssicherheit und die Verhinderung weiterer Schließungen. Nun geht es darum, Kandidaten und Wähler vor dem Urnengang zu überzeugen.






