14 March 2026, 12:03

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Ein Schwarz-Weiß-Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs in einem mit Medaillen verzierten Mantel, mit Text auf einem Papier unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat den Internationalen Karlspreis zu Aachen erhalten. Die Auszeichnung würdigt ihren langjährigen Einsatz für Demokratie und freie Wahlen in Belarus. Bereits 2022 wurde sie – noch während ihrer Haft – mit dem Preis geehrt; nun nahm sie die Ehrung nach ihrer Freilassung persönlich in Aachen entgegen.

Kolesnikowa war der Karlspreis erstmals 2022 für ihren "außergewöhnlichen Mut" im Widerstand gegen das autoritäre Regime in Belarus zuerkannt worden. Damals verbüßte sie eine elfjährige Haftstrafe in einer Strafkolonie, die ihr 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Präsident Alexander Lukaschenko auferlegt worden war. Die Verleihung galt als deutliches Zeichen der Solidarität mit ihrem Kampf.

Erst im Dezember 2025 kam sie nach internationalem Druck frei. Deutschland gewährte ihr politisches Asyl, sodass sie an der feierlichen Übergabe am Samstag im Aachener Krönungssaal teilnehmen konnte. Die Zeremonie unterstrich ihren anhaltenden Einsatz für demokratische Rechte in einem Land, das weiterhin unter Lukaschenkos strenger Kontrolle steht.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich besonders um Europa verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton. Mit Kolesnikowa reiht sich nun eine weitere herausragende Persönlichkeit in diese Liste ein.

Doch trotz ihrer Freilassung hält das Lukaschenko-Regime an seiner repressiven Politik fest: Politische Gefangene sitzen weiterhin in Haft, Menschenrechtsorganisationen werden als "extremistisch" diffamiert, und ihre Social-Media-Kanäle sind Ziel von Sperren. Am 11. März 2026 verschärfte die Regierung die Restriktionen weiter, während internationale Institutionen wie der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) mutmaßliche Verbrechen des Regimes prüfen. Litauen warnte zudem vor militärischen Drohungen aus Belarus, das die Stationierung russischer Taktischer Atomwaffen auf seinem Boden verteidigt.

Kolesnikowas Auszeichnung fällt in eine Zeit, in der Belarus weiterhin unter einem harten autoritären Regime steht. Trotz ihrer Freilassung hat sich die politische Lage im Land nicht entspannt – die Unterdrückung von Opposition und kritischen Stimmen hält an. Der Karlspreis ist eine öffentliche Anerkennung ihres Engagements, doch die Herausforderungen in ihrer Heimat bleiben bestehen.

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