05 May 2026, 12:02

Merz' erstes Jahr als Kanzler: Koalition am Scheideweg durch ständige Konflikte

Eine Karte von Deutschland aus dem 19. Jahrhundert, die die politischen Grenzen des Landes zeigt, auf altem Papier gedruckt mit Text oben und unten.

Merz' erstes Jahr als Kanzler: Koalition am Scheideweg durch ständige Konflikte

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sein erstes Amtsjahr erreicht – doch sowohl seine Führung als auch die Arbeit der Koalitionsregierung stoßen auf geringe Zustimmungswerte. Die Spannungen zwischen seiner Unionspartei und der SPD haben zugenommen und sorgen für wachsende Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Partnerschaft. Kritiker werfen ihm vor, mit seinem Regierungsstil die Gräben vertieft statt überbrückt zu haben.

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In den vergangenen zwölf Monaten hat die SPD in zentralen Politikbereichen Zugeständnisse gemacht, etwa bei den Migrationsregeln, dem Bürgergeld und der Rentenreform. Trotz dieser Kompromisse wirft Merz der Partei wiederholt vor, nicht entgegenzukommen – eine Haltung, die SPD-Funktionäre verärgert und Verbündete frustriert.

Der Druck einer hardlineren Strömung innerhalb der Union hat Merz zu einem konfrontativeren Kurs gegenüber der SPD veranlasst. Seine jüngste Kritik an der Partei wird inzwischen jedoch als taktischer Fehler gewertet, der seine Position weiter schwächen könnte. Bildungsministerin Karin Prien hat die angespannte Beziehung zwischen den Koalitionspartnern offen kritisiert und gewarnt, dass anhaltende Konflikte die Handlungsfähigkeit lähmen könnten.

Politikbeobachter verweisen darauf, dass erfolgreiche Koalitionen – wie etwa in einigen Landesregierungen – oft darauf beruhen, dass alle Partner sichtbare Erfolge für sich verbuchen können. Die Berliner Koalition hingegen tut sich damit schwer. Merz’ Weigerung, der SPD gemeinsame Erfolge zuzuschreiben, hat Widerstand geschürt – sowohl in den eigenen Reihen als auch innerhalb der Koalition.

Die konfrontative Strategie des Kanzlers hat die Gräben vertieft und die Zusammenarbeit erschwert. Angesichts sinkender Umfragewerte steht seine Regierung nun vor der Herausforderung, Vertrauen zurückzugewinnen – oder weitere Instabilität zu riskieren. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Koalition vom Konfliktmodus in eine Phase der Zusammenarbeit übergehen kann.

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