Mittelstandsunion Solingen kritisiert fehlende Automobil-Strategie der Bundesregierung
Niklas SchmitzMittelstandsunion Solingen kritisiert fehlende Automobil-Strategie der Bundesregierung
Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Solingen hat die Politik der Bundesregierung gegenüber der Automobilindustrie scharf kritisiert. Der Wirtschaftsverband, der rund 25.000 Mitglieder vertritt, wirft der Regierung vor, es fehle an wirtschaftlichem Pragmatismus. Die Vorsitzende Gerlinde Steingrüber betonte die Notwendigkeit klarer Planungen und einer breiteren Palette an Mobilitätslösungen.
Steingrüber nahm am Autogipfel im Kanzleramt teil, verließ die Veranstaltung jedoch enttäuscht. Sie hatte sich „ideologiefreie, handfeste Entscheidungen“ zur Stärkung der Branche erhofft. Stattdessen seien die drängenden wirtschaftlichen Sorgen der Industrie und der massive Auftragsrückgang ignoriert worden.
Die deutsche Fahrzeugproduktion sank 2022 auf etwa 3,4 Millionen Einheiten – ein Rückgang um 26 Prozent im Vergleich zu 2019. Verantwortlich dafür seien Lieferengpässe bei Vorprodukten sowie explodierende Energie- und Rohstoffkosten. Die MIT kritisiert, dass die von der Regierung vorgestellte „Strategieplattform für die Transformation der Automobil- und Mobilitätswirtschaft“ diese Herausforderungen nicht bewältige.
Der Verband unterstrich zudem, dass moderne, effiziente Verbrennungsmotoren weiterhin unverzichtbar seien. Steingrüber warnte, ohne mehr Planungssicherheit drohe Deutschland als Automobilstandort an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.
Die MIT setzt sich weiterhin für eine Politik ein, die auf den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft basiert. Gefordert werden praxisnahe Lösungen, um die Automobilindustrie zu stabilisieren. Die Organisation besteht darauf, dass künftige Entscheidungen sowohl wirtschaftliche Realitäten als auch technologische Vielfalt berücksichtigen müssen.
