25 April 2026, 20:03

Münsterer Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch Wärmepumpen-Zwang

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münsterer Mieter fürchten Explosion der Heizkosten durch Wärmepumpen-Zwang

Mieter in Münster drohen drastisch höhere Heizkosten, nachdem ihre Wohnungsbaugesellschaft Pläne bekannt gab, Gas-Etagenheizungen durch dezentrale Wärmepumpen zu ersetzen. Die Umstellung, Teil einer breiter angelegten Initiative für energetische Sanierungen, könnte für manche Haushalte mehrere hundert Euro zusätzliche Jahreskosten bedeuten.

Das Problem geht auf ein Contracting-Modell zurück, das die LEG, die für den Münsteraner Wohnkomplex zuständige Wohnungsgesellschaft, eingeführt hat. Nach diesem System müssen Mieter eine monatliche Grundgebühr von 140 Euro zahlen – und zwar selbst dann, wenn sie gar nicht heizen. Für Ines Rodriguez, eine betroffene Mieterin, bedeutet das, dass sich ihre jährlichen Heizkosten auf 2.486 Euro belaufen werden – 806 Euro mehr als bei ihrer bisherigen Gasheizung.

Normalerweise erlaubt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) Vermietern, Modernisierungskosten von bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter auf die Mieter umzulegen. Doch die neuen Gebühren der LEG liegen bei 1,80 Euro pro Quadratmeter – weit über der gesetzlichen Obergrenze. Die Wohnungsgesellschaft wendet das Contracting-Modell auf einzelne Wohneinheiten an, ein Vorgehen, das Mieterverbände scharf kritisieren. Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen bezeichnet die Praxis als "problematisch für Mieter".

Zudem wirft das Modell der LEG Fragen zur Transparenz und zum Wettbewerb auf. Vermieter können eigene Tochterfirmen gründen, um die Wärmepumpen-Dienstleistungen anzubieten – und so Ausschreibungen umgehen sowie möglicherweise Gewinne auf Kosten der Mieter erzielen. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) anerkennt zwar Contracting als gültiges Modell, besteht jedoch darauf, dass die Kostenaufschlüsselung fair und nachvollziehbar sein muss.

Nach einem Bericht des NDR setzte die LEG ihre Modernisierungspläne in Münster vorerst aus. Wie es mit dem Projekt weitergeht, bleibt ungewiss. Die vorübergehende Pause verschafft den Mietern zwar Atempause, doch die langfristigen Folgen des Wärmepumpen-Contractings sind noch ungeklärt. Würde das neue System umgesetzt, wären die Bewohner an deutlich höhere Fixkosten gebunden – unabhängig vom tatsächlichen Energieverbrauch. Der Fall offenbart zudem Lücken in den aktuellen Regelungen, die Mieter möglicherweise nicht ausreichend vor drastischen Preiserhöhungen im Zuge energetischer Sanierungen schützen.

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