NRW-Polizei startet digitale Großoffensive mit OSINT-Ermittlern und 100 Spezialisten
Niklas SchmitzNRW-Polizei startet digitale Großoffensive mit OSINT-Ermittlern und 100 Spezialisten
Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für digitale Ermittlungen
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten im Bereich digitaler Ermittlungen deutlich auszubauen. Das unter dem Namen „Digitale Streife“ bekannte Projekt begann im September 2023 und markiert einen bedeutenden Schritt in der Art und Weise, wie die Strafverfolgungsbehörden digitale Informationen beschaffen. Beamte im gesamten Bundesland werden nun in Open Source Intelligence (OSINT) geschult – einer Methode, bei der kritische Erkenntnisse aus öffentlich zugänglichen Online-Quellen gewonnen werden.
Im Rahmen des Projekts wurde das Landeskriminalamt (LKA) bereits um zehn zusätzliche Mitarbeiter verstärkt. Fast 100 weitere Polizeikräfte aus sechs spezialisierten Staatsschutzeinheiten sind ebenfalls eingebunden. Diese Einheiten, die Teil des übergeordneten Sicherheitsgefüges Deutschlands sind, unterstützen mit OSINT-Methoden bei dringenden Einsätzen, insbesondere während sich schnell entwickelnder politischer Ereignisse.
Im Mittelpunkt der Bemühungen steht Fabian Coenen, Leiter der Unterabteilung 22.2 beim LKA in Düsseldorf. Sein Team, das ursprünglich nur aus zwei Personen bestand, ist mittlerweile zu einer 16köpfigen Spezialeinheit angewachsen, zu der IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler gehören. Dazu zählt auch Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in die Staatsschutzabteilung des LKA wechselte. Sie arbeitet eng mit Coenen zusammen und konzentriert sich auf OSINT-Techniken zur Aufklärung politisch motivierter Straftaten.
Für die Vermittlung dieser neuen Fähigkeiten zeichnet Marc Restemeyer verantwortlich, ein 37-jähriger Regierungsangestellter und Ausbilder beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Er koordiniert die Schulung sowohl von neuen LKA-Mitarbeitern als auch von Beamten, die den Digitalen Streifen in den sechs regionalen Polizeibehörden zugeteilt sind. Die größte dieser Einheiten mit 18 festen Stellen hat ihren Sitz in Köln und wird von Swen Schubert geleitet.
Der Lehrplan am LAFP konzentriert sich darauf, den Beamten beizubringen, wie sie Daten aus offenen Quellen – etwa sozialen Medien – extrahieren und analysieren können. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Ermittler sich schnell an die sich wandelnde digitale Landschaft anpassen können.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten unterstreicht das Engagement Nordrhein-Westfalens, seine Polizeiarbeit zu modernisieren. Mit fast 100 speziell geschulten Beamten ist die Landespolizei nun besser gerüstet, um auf digitale Bedrohungen zu reagieren. Das Projekt fördert zudem die Zusammenarbeit zwischen dem LKA und den regionalen Einheiten und ermöglicht so schnellere und effektivere Ermittlungen.






