NRW-Rettungsdienste am Limit: Personalmangel gefährdet Notfallversorgung
Niklas SchmitzNRW-Rettungsdienste am Limit: Personalmangel gefährdet Notfallversorgung
Nordrhein-Westfalens Rettungsdienste steuern auf eine wachsende Krise zu. Durch Personalmangel und unzureichende Ausbildungsstrukturen drohen im gesamten Bundesland längere Wartezeiten für Rettungswagen.
Die Freie Wählergemeinschaft Nordrhein-Westfalen warnt vor drängenden Problemen: Viele Rettungskräfte stehen kurz vor dem Ruhestand, was die Personaldecke weiter ausdünnt. Vor allem kleinere Gemeinden kämpfen bereits jetzt mit der Ausbildung von Nachwuchs – die hohen Kosten und logistischen Hürden machen es ihnen nahezu unmöglich.
Aktuell findet die Ausbildung häufig in größeren Städten statt. Die Folge: Frisch qualifiziertes Personal wird von Ballungsräumen abgeworben, während ländliche Regionen chronisch unterbesetzt bleiben. Der Verband betont, dass ohne Gegenmaßnahmen die Wartezeiten auf Rettungswagen für die Bevölkerung deutlich steigen könnten.
Die Freie Wählergemeinschaft fordert nun konkrete Veränderungen. Sie plädiert für den Aufbau von Berufsfachschulen und regionalen Ausbildungszentren, um die lokale Rekrutierung zu stärken. Zudem verlangt sie Landeszuschüsse, die die Ausbildungsvergütung der angehenden Rettungskräfte decken. Darüber hinaus besteht die Forderung, dass die schulische Ausbildung vollständig von den Kostenträgern finanziert werden muss.
Das aktuelle Rettungsdienstgesetz Nordrhein-Westfalens überlässt die Personalverantwortung den Kommunen – klare Vorgaben zu Höchsteinsatzzeiten für Rettungswagen sucht man jedoch vergeblich. Der Verband pocht darauf, verbindliche Obergrenzen für Einsatzzeiten gesetzlich zu verankern.
Ziel der vorgeschlagenen Maßnahmen ist es, den Personalnotstand zu entschärfen und die Notfallversorgung zu verbessern. Ohne diese Reformen bleiben die Risiken von verzögerten Rettungseinsätzen und unterbesetzten Diensten bestehen. Im Mittelpunkt der Forderungen stehen ausreichende Finanzierung, besserer Zugang zu Ausbildung und klarere rechtliche Standards.
