02 April 2026, 08:03

NRW-Schulen leiden unter chronischer Unterfinanzierung trotz Rekordbudgets

Balkendiagramm, das den staatlichen und kommunalen Bildungsausgaben nach Bundesländern zeigt, mit unterschiedlich hohen Balken, die die Ausgabenhöhen anzeigen.

DGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordhaushalt - NRW-Schulen leiden unter chronischer Unterfinanzierung trotz Rekordbudgets

Eine neue Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wirft Fragen zur Bildungsfinanzierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) auf. Trotz der Behauptung rekordhoher Ausgaben zeigen Experten, dass Schulen in der Region weiterhin massiv unterfinanziert sind. Die Ergebnisse deuten auf eine wachsende Kluft zwischen politischen Versprechen und der Realität in den Klassenzimmern hin.

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Die vom Finanzexperten Torsten Windels geleitete DGB-Studie offenbart, dass die Bildungsausgaben in NRW nicht mit dem allgemeinen Haushaltswachstum Schritt gehalten haben. In den vergangenen zwölf Jahren lag die Investitionsquote des Landes bei nur 10,1 % – deutlich unter den Werten Bayerns (16,2 %) und Baden-Württembergs (15,4 %). Windels warnt, dass ohne eine spürbare Erhöhung der Mittel die bildungspolitischen Ziele der Regierung unerreichbar bleiben.

Aktuelle Daten aus dem Ruhrgebiet zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Rund ein Drittel der Grundschüler verfehlt die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik, bevor sie auf die weiterführende Schule wechseln. Am Ende der zehnten Klasse erreichen 85 % der Schüler nicht die geforderten Sprachkompetenzen.

Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, kritisierte die Fortschrittsbekundungen der Landesregierung scharf: "Die Realität in den Schulen entspricht nicht den offiziellen Aussagen." Windels forderte das Land auf, die neu gewonnene finanzielle Flexibilität zu nutzen und einen Milliarden-Sonderfonds anzuzapfen, um die Krise zu bewältigen. Eine weitere DGB-Studie aus dem Jahr 2023 schätzt, dass NRW in den kommenden zehn Jahren 156 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen benötigt, um seine Zukunft zu sichern. Aktuelle Daten zur Schulinfrastruktur in den am stärksten benachteiligten Kommunen fehlen jedoch, was die Bewertung erschwert.

Die Untersuchung macht deutlich: Zwischen den finanziellen Zuwendungen und dem tatsächlichen Bedarf der Schulen in NRW klafft eine deutliche Lücke. Ohne rasches Handeln droht die Region im Bildungsvergleich mit anderen Bundesländern weiter zurückzufallen. Der DGB fordert daher sofortige Investitionen, um langfristige Folgen für Schüler und Wirtschaft abzuwenden.

Quelle