NRW und Australien besiegeln Rohstoff-Deal für Seltene Erden und Metalle
Matteo BöhmNRW und Australien besiegeln Rohstoff-Deal für Seltene Erden und Metalle
Nordrhein-Westfalen und Australien haben ein Handelsabkommen unterzeichnet, das den Zugang zu lebenswichtigen Rohstoffen sichern soll. Im Mittelpunkt der Vereinbarung stehen Seltene Erden und Metalle, die für Branchen wie die chemische Industrie und den Maschinenbau von zentraler Bedeutung sind. Beide Seiten warten nun auf die endgültige Zustimmung ihrer jeweiligen Parlamente, bevor das Abkommen in Kraft treten kann.
Das Abkommen fällt in eine Phase, in der Australien seine Abhängigkeit von China verringern möchte, indem es neue Handelspartner sucht. Mit Vorkommen an Eisenerz, Lithium, Nickel und Kobalt bietet das Land Nordrhein-Westfalen Zugang zu entscheidenden Ressourcen. Diese Rohstoffe sind vor allem für Veredelungsprozesse in den Bereichen Chemie, Pharmazie und Metallverarbeitung unverzichtbar.
Der aktuelle Handelsumsatz zwischen den beiden Regionen beläuft sich auf rund 2,8 Milliarden Euro. Doch die eigentliche Bedeutung des Abkommens liegt weniger im unmittelbaren Handelswachstum als vielmehr in seinem geostrategischen Gewicht. Die 23-stündige Flugdistanz zwischen ihnen unterstreicht dabei die logistischen Herausforderungen.
Obwohl das Abkommen auf weniger Widerstände stößt als das umstrittene Mercosur-Abkommen, ist seine Verabschiedung noch nicht gesichert. Sowohl das australische als auch das Europäische Parlament müssen die Bedingungen noch ratifizieren, bevor sie verbindlich werden.
Falls das Abkommen genehmigt wird, stärkt es die Lieferketten für die Industrien in Nordrhein-Westfalen. Besonders Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Chemie- und der Pharmabranche könnten davon profitieren. Unklar bleibt jedoch, wie genau sich die Einfuhren von Lithium, Nickel und Kobalt entwickeln werden, da noch keine Handelsdaten nach Inkrafttreten des Abkommens vorliegen.






