22 March 2026, 14:02

Panne bei Behörden: Drohnenverbot verrät geheime Route für Atomtransport

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, während eine maskierte Menge in der Nähe Taschen hält, mit Gebäuden, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Panne bei Behörden: Drohnenverbot verrät geheime Route für Atomtransport

Ein vorübergehendes Drohnenflugverbot entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen war kurzzeitig auf einer offiziellen Regierungsplattform veröffentlicht worden – und enthüllte dabei versehentlich die Route eines bevorstehenden Atomtransports. Die Angaben waren auf der Digitalen Plattform für Unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums zu sehen, bevor sie am Folgetag wieder entfernt wurden. Die Behörden haben sich bisher nicht dazu geäußert, wie die Informationen an die Öffentlichkeit gelangt sind.

Die Flugbeschränkung galt demnach vom 20. bis 27. März 2026 und erstreckte sich von Jülich bis Ahaus – exakt jene Strecke, die auch für den nächsten Castor-Transport vorgesehen ist. Bei der Lieferung sollen Brennelemente aus einem stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager in Ahaus gebracht werden. Normalerweise werden solche Routen aus Sicherheitsgründen geheim gehalten, doch die auf dipul.de veröffentlichten Grafiken und PDF-Dokumente zeigten zunächst die genauen Autobahnabschnitte.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bis Donnerstag war die Plattform aktualisiert worden: Statt der detaillierten Route war nur noch eine kreisförmige Flugverbotszone ohne Bezug zu bestimmten Straßen zu sehen. Das Verkehrsministerium reagierte nicht auf eine Anfrage des WDR zu dem Vorfall. Unterdessen lagen die rechtlichen Genehmigungen für zwei Castor-Transportbehälter von Bayern nach Nordrhein-Westfalen bereits vor, nachdem das Oberverwaltungsgericht Münster die sofortige Vollziehung erlaubt hatte.

Die versehentliche Veröffentlichung wirft Fragen zum Schutz sensibler Transportrouten auf. Das Flugverbot bleibt zwar für die geplanten Termine in Kraft, doch die genaue Strecke ist der Öffentlichkeit nicht mehr einsehbar. Weitere Details zu den Sicherheitsvorkehrungen für den Castor-Transport wurden nicht bekannt gegeben.

Quelle