RAW-Gelände in Berlin: Kampf um Kultur, Wohnraum und historische Hallen
Sebastian KönigRAW-Gelände in Berlin: Kampf um Kultur, Wohnraum und historische Hallen
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes steht auf dem Spiel, während sich der Konflikt zwischen dem Eigentümer, der Kurth-Gruppe, dem Berliner Senat und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, weiter zuspitzt. Im Mittelpunkt des Streits stehen Pläne für neuen Wohnraum und der Erhalt der historischen Hallen, in denen Clubs und kulturelle Einrichtungen beheimatet sind. Bereits jetzt gibt es Proteste – Aktivist:innen fordern, dass das Gelände für alle zugänglich bleibt.
Das RAW-Gelände blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Ursprünglich als Reichsbahn-Ausbesserungswerk genutzt, entwickelte es sich nach dem Fall der Berliner Mauer zu einem kulturellen Zentrum. Heute beherbergt es Konzerthallen, einen Biergarten, eine Skatehalle, eine Boulderhalle, Lagerhallen sowie Märkte für Weihnachts- und Flohmarktstände.
Die Kurth-Gruppe drängt auf eine schnellere Bebauung mit Wohnungen. Bereits im Januar forderte das Unternehmen eine beschleunigte Baugenehmigung. Mitte Mai lehnte es einen vom Senat und dem Bezirk vorgeschlagenen Rahmenvertrag ab. Die Uneinigkeit betrifft vor allem die Frage, wie viele Wohnungen entstehen sollen und wie viel von der historischen Bausubstanz erhalten bleiben muss.
Einige Mieter:innen haben bereits Räumungsklagen erhalten. Betroffen ist unter anderem der Club Cassiopeia, der Teile des Geländes bereits nächste Woche räumen soll. Dutzende Unterstützer:innen demonstrierten kürzlich vor den Büros der Kurth-Gruppe unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“.
Der Konflikt bleibt ungelöst – die kulturellen Einrichtungen und Clubs auf dem Gelände schweben in der Ungewissheit. Während die Kurth-Gruppe auf ihre Bebauungspläne pocht, setzt sich der Senat für den Erhalt des historischen Charakters ein. Die Entscheidung wird zeigen, ob das RAW-Gelände sein heutiges Gesicht behält oder sich grundlegend verändert.
