13 March 2026, 04:02

Rechtsextreme Straftaten in Dortmund verdoppelt – Jugendliche im Fokus der Ermittler

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Rechtsextreme Straftaten in Dortmund verdoppelt – Jugendliche im Fokus der Ermittler

Dortmund verzeichnet starken Anstieg rechtsextremer Aktivitäten

In Dortmund hat die rechtsextreme Szene deutlich an Fahrt aufgenommen: Die Polizei registrierte 2024 fast doppelt so viele Straftaten wie im Vorjahr. Die Behörden identifizierten 77 neue Personen mit Verbindungen zu extremistischen Gruppen – die meisten von ihnen Jugendliche unter 18 Jahren. Der Anstieg fällt zeitlich mit der Gründung eines rechtsextremen Jugendflügels in der Stadt im April des Vorjahres zusammen.

Im April 2024 richtete die rechtsextreme Partei Die Heimat in Dortmund-Dorstfeld ihre Jugendorganisation Junge Nationalisten ein. Als Reaktion startete die Polizei ein eigenes Projekt unter demselben Namen, um die Aktivitäten der Gruppe zu beobachten. Bis September 2025 hatte sich die Initiative zu einer festen Ermittlungseinheit entwickelt.

Von den 295 erfassten rechtsextremen Straftaten im Jahr 2024 betrafen die meisten Hassrede und Propaganda. Die Ermittler stellten fest, dass viele der Verdächtigen bisher nicht durch extremistisches Verhalten aufgefallen waren. Unter den 77 neu identifizierten Personen waren 67 Jugendliche, Minderjährige oder Kinder.

Die Polizei setzt nun auf frühzeitige Prävention. Beamte arbeiten eng mit Jugendämtern zusammen, um gefährdete junge Menschen anzusprechen, bevor sie tiefer in extremistische Strukturen abrutschen. Ziel ist es, eine weitere Radikalisierung zu verhindern.

Die Ausweitung der Sonderermittlungen zu den Jungen Nationalisten spiegelt die wachsende Sorge über rechtsextreme Rekrutierungsversuche in Dortmund wider. Da die meisten neuen Fälle Jugendliche betreffen, kombinieren die Behörden weiterhin präventive Aufklärung mit strafrechtlichen Maßnahmen. Die Zahl der Straftaten hat sich bereits verdoppelt – eine anhaltende Herausforderung für die lokale Polizei.

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