Recklinghausen diskutiert Schutz vor Radikalisierung junger Menschen durch soziale Medien
Niklas SchmitzRecklinghausen diskutiert Schutz vor Radikalisierung junger Menschen durch soziale Medien
Veranstaltung in Recklinghausen: Schutz von Jugendlichen vor Radikalisierung
Am 21. Januar 2025 fand in Recklinghausen eine Fachveranstaltung zum Schutz junger Menschen vor Radikalisierung statt. Organisiert von der örtlichen Polizei und den Schulberatungsdiensten, brachte sie Expertinnen und Experten, Beamtinnen und Beamte, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung zusammen, um sich mit extremistischen Einflüssen in Schulen und im Internet auseinanderzusetzen. Im Mittelpunkt stand dabei die wachsende Herausforderung durch soziale Medien, die zunehmend als Plattform für die Verbreitung schädlicher Ideologien dienen.
Die Konferenz unter dem Titel „Antimuslimischer Rassismus und Islamismus im Kontext des Einflusses sozialer Medien – eine Herausforderung für Polizei und Schulen“ wurde mit einem Hauptvortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide eröffnet. Der renommierte Islamwissenschaftler leitet das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster und ist Mitglied der Task Force zur Islamismusprävention im Bundesinnenministerium. Für sein Engagement wurde er im November 2024 mit der Goldenen Verdienstmedaille Österreichs ausgezeichnet.
Im Rahmen der Veranstaltung analysierte Khorchide, wie Plattformen wie TikTok von extremistischen Predigern genutzt werden, um gezielt junge Zielgruppen anzusprechen. Er stellte Strategien vor, um radikalen Narrativen entgegenzuwirken, und erläuterte, wie sich extremistische Ideologien in den Köpfen junger Menschen verankern. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen konkrete Maßnahmen, um Jugendliche vor Online-Radikalisierung zu schützen.
Ein weiteres Ziel der Tagung war die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sicherheitsbehörden. Neben Polizistinnen und Polizisten nahmen auch Lehrkräfte, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie kommunale Vertreter teil, die gemeinsam an wirksameren Maßnahmen gegen Hassrede und Extremismus arbeiten wollen.
Die Konferenz unterstrich die Notwendigkeit einer engeren Vernetzung von Schulen und Polizei bei der Präventionsarbeit. Khorchides Fachwissen lieferte wichtige Impulse für den Umgang mit extremistischem Content in sozialen Medien, während die Arbeitsgruppen neue Ansätze für lokale Initiativen entwickelten. Die Veranstalter kündigten an, die Ergebnisse der Diskussionen in langfristige Schutzstrategien für Jugendliche einfließen zu lassen.
