Salzburger Festspiele: Neue Leitung bricht mit alten Traditionen
Die Salzburger Festspiele kündigen Veränderungen in Führung und Traditionen an
Die Präsidentin der Salzburger Festspiele, Kristina Hammer, bricht mit der Tradition und wird bei der offiziellen Eröffnung am 26. Juli keine Ansprache halten. Unterdessen hat Karin Bergmann als neue künstlerische Leiterin ihr Amt angetreten – ein historischer Moment für das Festival.
Bergmanns Ernennung kam überraschend, da sie zunächst nicht mit einer festen Position gerechnet hatte. Sie beschrieb ihr Verhältnis zum früheren Direktor Markus Hinterhäuser als rein beruflich, obwohl dieser sie einst als „eine liebe Freundin“ bezeichnet hatte. Hinterhäuser war im März nach monatelangen Konflikten zurückgetreten; Berichten zufolge herrschte ein schwieriges Arbeitsklima, doch eine offizielle Begründung blieb aus.
Bergmann äußerte sich enttäuscht über die unklare Kommunikation zu Hinterhäusers Abgang. Gleichzeitig verteidigte sie den Verhaltenskodex des Festivals und betonte, wie wichtig respektvoller und gleichberechtigter Umgang mit den Mitarbeitenden sei. Zur Geschlechterrepräsentation befürwortet sie Quoten, besteht jedoch darauf, dass die nächste Leitungskraft allein nach Qualifikation ausgewählt werden solle.
Ihre Pläne umfassen die Beibehaltung von Hinterhäusers musikalischem Programm, während sie den Schauspielbereich ausbauen will. Zudem setzt sie sich für eine stärkere Vertretung von Theaterregisseuren im Kuratorium ein. Hammers aktuelle Amtszeit als Präsidentin läuft noch bis Ende 2026; für die Neuausschreibung der Position bewerben sich 27 Kandidaten – darunter auch sie selbst.
Die Festspiele werden am 26. Juli ohne Hammers traditionelle Eröffnungsrede beginnen. Unter Bergmanns Führung rücken eine Stärkung des Schauspielprogramms und mehr Vielfalt im Kuratorium in den Fokus. Die Organisation steuert weiterhin personelle Wechsel an der Spitze, bleibt aber ihrem künstlerischen Kurs treu.
