Salzburger Festspiele: Warum die Interimsdirektorin an Currentzis festhält – trotz Skandale
Nina LehmannSalzburger Festspiele: Warum die Interimsdirektorin an Currentzis festhält – trotz Skandale
Salzburger Festspiele in neuer Kontroverse: Interimsdirektorin hält an umstrittenem Dirigenten fest
Die Salzburger Festspiele stehen erneut in der Kritik, da die kommissarische Leiterin Karin Bergmann den Dirigenten Teodor Currentzis weiterhin unterstützt. Ihre Führung begann nach den Fehlentscheidungen ihres Vorgängers, die das Festival in eine Krise stürzten und Stabilität erforderten. Doch ihre wiederholte Rückendeckung für Currentzis – und die provokanten Äußerungen seines Ensembles – sorgen für scharfe Vorwürfe.
Bergmann übernahm die Leitung, nachdem die Fehler der vorherigen Festivalführung einen Wechsel an der Spitze erzwungen hatten. Statt mit der Vergangenheit zu brechen, setzte sie jedoch auf Kontinuität und behielt große Teile des alten Teams bei – darunter Currentzis, den russischen Dirigenten des Hinterhäuser-Ensembles. Dessen Arbeit wird jedoch von Unternehmen finanziert, die mit dem Krieg in der Ukraine in Verbindung stehen, etwa Gazprom und die VTB Bank.
Musiker:innen von Currentzis' Ensemble MusicAeterna machten Schlagzeilen, weil sie deutsche Politik diffamierten. Zudem verglichen sie Journalist:innen mit Nazis – eine Aussage, die Empörung auslöste. Doch die Gründungsurkunde der Festspiele betont klar, dass Kunst nicht nur kulturelle, sondern auch eine moralische Verantwortung trägt – ein Prinzip, das nun auf dem Prüfstand steht.
Bergmann pocht darauf, zwischen Tradition und Zukunft zu vermitteln, obwohl ihr klar ist, dass ihre Zeit begrenzt ist. Die Anhörungen zur Nachfolge sind bereits für September angesetzt. Kritiker:innen werfen ihr vor, dass Naivität die ungelösten Konflikte des Festivals nicht bereinigen und dessen Ruf nicht wiederherstellen werde.
Die nächsten Schritte der Festspiele hängen davon ab, wer Bergmann im September ablöst. Ihre Verteidigung Currentzis' und die spaltenden Aussagen des Ensembles haben die ethischen Grundlagen der Veranstaltung bereits auf eine harte Probe gestellt. Die neue oder der neue Direktor wird ein Festival übernehmen, das noch immer um seine Ausrichtung und Werte ringt.






