AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Sienna Rose: Soul-Sensation oder KI-Täuschung mit Millionen-Streams?
Ist Sienna Rose eine echte Sängerin oder ein KI-Konstrukt? Die mysteriöse Soul-Künstlerin sorgt für Debatten
Die rätselhafte Soul-Sängerin Sienna Rose hat eine breite Diskussion ausgelöst: Handelt es sich bei ihr um eine echte Künstlerin oder um eine von Künstlicher Intelligenz erschaffene Figur? Mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify mehren sich die Zweifel an ihrer Authentizität, nachdem Internet-Rechercheure ungewöhnliche Details über ihre Vergangenheit aufgedeckt haben. Ermittlungen bringen sie nun mit einem russischen Label in Verbindung, das auf KI-generierte Musik spezialisiert ist.
Erste Skepsis weckte Sienna Rose durch die rasche Veröffentlichung zahlreicher Songs – bei gleichzeitig völligem Fehlen von Live-Auftritten oder Aktivitäten in sozialen Medien. Fans und Kritiker bemängelten Widersprüche, etwa ihr plötzliches Erscheinen auf Streaming-Plattformen ohne nachvollziehbare musikalische Vorgeschichte. Die Spekulationen erreichten einen Höhepunkt, als Selena Gomez einen ihrer Titel auf Instagram teilte und damit eine virale Welle der Spottkommentare über die Echtheit der Sängerin auslöste.
Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks führte zu Nostalgic Records, einem russischen Internet-Label unter der Leitung des Produzenten Maksim Muravjov. Das Label setzt auf KI-generierte Acts, und Muravjov arbeitet mit dem KI-Experten Hafsteinn Runarsson zusammen, der für die Erschaffung mehrerer Pop-Avatare bekannt ist. Runarsson bietet zudem Online-Kurse zum Vermarkten von KI-Musik an – was weitere Fragen zur Legitimität der Sängerin aufwirft.
Nach der Konfrontation mit den Erkenntnissen verschwand die ursprüngliche Version von Sienna Rose mit roten Haaren aus den sozialen Medien. Übrig blieb nur die Variante mit Afro-Look auf Spotify, wo sie sich selbst als "Geschichtenerzählerin des Herzens" beschreibt. Laut BBC erzielen ihre Macher wöchentlich über 2.000 Euro durch Streams – hochgerechnet etwa eine Million Euro pro Jahr.
Die Kontroverse weitete sich aus, nachdem der YouTuber Rick Beato Spotify vorwarf, von KI-generierten Titeln zu profitieren. Er behauptet, Millionen solcher Songs würden monatlich auf die Plattform hochgeladen – oft ohne Transparenz. Unterdessen warnt die UNESCO, dass menschliche Musiker bis 2028 fast ein Viertel des Marktes an KI-Künstler verlieren könnten, sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen.
Der Fall Sienna Rose verdeutlicht die wachsenden Bedenken gegenüber dem Einfluss von KI in der Musikbranche. Untersuchungen verknüpfen sie mit einem Netzwerk KI-generierter Acts, während ihre Schöpfer offenbar beträchtliche Einnahmen aus Streaming erzielen. Während die Debatte um Echtheit an Fahrt aufnimmt, könnte der Aufstieg von KI-Künstlern die Art und Weise, wie Musik produziert und konsumiert wird, in den kommenden Jahren grundlegend verändern.