Solinger Kirchen kämpfen gegen Armut: Immer mehr Menschen brauchen Lebensmittelhilfe
Sebastian KönigSolinger Kirchen kämpfen gegen Armut: Immer mehr Menschen brauchen Lebensmittelhilfe
Schlangen vor den Lebensmittelpaketen: Solingens Kirchen helfen bei Inflation und Energiekrise
In Solingen ist die Nachfrage nach Lebensmittelpaketen wegen der hohen Inflation und explodierenden Energiekosten stark angestiegen. Ortsansässige Kirchengemeinden haben ihre Unterstützung für Bürger ausgeweitet, die mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten kämpfen. Wer im Besitz eines Solingen-Passes ist und in den zuständigen Pfarrbezirken wohnt, kann dort Vorräte abholen.
Ehrenamtliche der Lutherkirche und im Stadtteil Dorp packen wöchentlich Tüten mit Grundnahrungsmitteln wie Linsen, Erbsen, Marmelade und Honig. Jeder berechtigte Haushalt darf einmal im Monat ein Paket abholen – vorausgesetzt, er verfügt über einen Solingen-Pass und lebt im jeweiligen Gemeindegebiet.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im Januar 2022 packten die Dorp-Helfer 49 Tüten für Paare, 25 für Alleinstehende und 65 für Kinder. Ein Jahr später, im Januar 2023, waren es bereits 65 für Paare, 48 für Singles und 87 für Kinder. Die Lutherkirche allein versorgt mittlerweile monatlich 220 Haushalte.
Um die finanzielle Belastung abzufedern, greifen beide Gemeinden auf den Wärmewinter-Fonds zurück, um die steigenden Kosten zu decken. Zur Weihnachtszeit erhielt jeder unterstützte Haushalt von der Lutherkirche zusätzlich eine Wärmflasche sowie Brühe und Tee.
Die Gemeinden sind weiterhin auf regelmäßige Einkaufstouren und das Engagement der Freiwilligen angewiesen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Immer mehr Familien und Einzelpersonen sind auf die Lebensmittelpakete angewiesen, um ihren Grundbedarf zu decken. Das Angebot bleibt für viele Menschen in Solingen eine unverzichtbare Stütze.
