Solinger Theaterneubau: Bürgerinitiative warnt vor überstürzten Plänen und kulturellen Verlusten
Niklas SchmitzSolinger Theaterneubau: Bürgerinitiative warnt vor überstürzten Plänen und kulturellen Verlusten
Der Streit um Solingens Theater- und Konzerthaus wird immer hitziger. Die lokale Wählergemeinschaft SG zukunft. hat schwere Bedenken gegen die Pläne für einen Neubau geäußert und argumentiert, dass zentrale Fragen weiterhin unbeantwortet blieben. Die Gruppe warnt, die aktuelle Debatte scheine auf ein vorab feststehendes Ergebnis hinauszulaufen, statt eine faire Abwägung der Optionen zu ermöglichen.
SG zukunft. betont, es dürfe nicht darum gehen, wie schnell ein Ersatzbau errichtet werden könne. Vielmehr stelle sich die Frage, ob ein neues Haus überhaupt den kulturellen Wert des bestehenden erreichen könne. Matthias Urban, Sprecher der Initiative, bezeichnete das Theater- und Konzerthaus als weit mehr als nur ein Gebäude – es sei ein unverzichtbarer Ort für ein vielfältiges Programm an Aufführungen und Veranstaltungen.
Die Wählergemeinschaft verweist zudem auf die Risiken öffentlicher Bauprojekte, bei denen Verzögerungen und Kostenexplosionen an der Tagesordnung seien. Als aktuelles Beispiel nennen sie die neue Feuerwache in Solingen-Ohligs. Zwar erkennen sie den Bedarf für einen Neubau der Wache an der Katternberger Straße an, fordern jedoch, dass dieser unabhängig von den Theaterplänen vorangetrieben werde.
Weitere Sorgen gelten dem möglichen Verlust von Parkplätzen, falls ein Neubau realisiert wird. SG zukunft. kritisiert, dass die Auswirkungen auf das Umfeld bisher ignoriert worden seien. Zudem stellen sie die Aussagekraft der vorgeschlagenen Szenariostudie infrage und fragen, welche konkreten Erkenntnisse sie den Entscheidungsträgern tatsächlich liefern solle.
Vor allem fordert die Gruppe vollständige Transparenz. Bevor weitreichende Beschlüsse gefasst werden, müsse detailliert geprüft werden, ob ein Neubau die gleiche Qualität und das gleiche kulturelle Angebot wie das bestehende Haus bieten könne.
Im Mittelpunkt der Debatte steht nun die Frage, ob ein Ersatzbau dieselben Vorzüge wie das aktuelle Theater- und Konzerthaus bieten kann. SG zukunft. setzt sich weiterhin für eine offene, faktenbasierte Diskussion ein – statt für eine überstürzte Entscheidung. Gleichzeitig betont die Gruppe, dass der Bau der Feuerwache unabhängig von der Zukunft des Theaters vorankommen müsse.






