03 May 2026, 10:03

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher verdienen Geld beim Verbrauch

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher verdienen Geld beim Verbrauch

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Verbraucher erhielten Geld für ihren Verbrauch

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null – ein ungewöhnlicher Vorfall, von dem vor allem Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten. In dieser Phase wurden Haushalte faktisch dafür bezahlt, Strom zu verbrauchen, wobei die Sätze in einigen Regionen auf bis zu -8,6 Cent pro Kilowattstunde sanken. Der Rückgang spiegelt die anhaltende Volatilität auf dem deutschen Energiemarkt wider, wo Großhandelspreise zunehmend ins Negative rutschen.

Die negativen Preise setzten um 9 Uhr ein, als die Großhandelsstromtarife erstmals in den roten Bereich fielen. Bis 17 Uhr blieben sie dort, mit einem Tiefststand von -250,32 Euro pro Megawattstunde (entspricht -25,03 Cent pro Kilowattstunde) zwischen 13 und 14 Uhr. Kunden mit dynamischen Tarifen hatten die größten Vorteile, wobei sich die Nettopreise je nach Region aufgrund lokaler Netzentgelte unterschieden.

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Im Raum Köln erreichte der niedrigste Nettopreis am frühen Nachmittag -8,6 Cent pro Kilowattstunde. Bei Tibber-Kunden in Gebieten mit geringeren Netzentgelten waren die Konditionen noch günstiger: Hier sanken die Preise auf bis zu -12 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings schnellte derselbe Tarif später zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde hoch – der höchste Wert des Tages.

Dieser Trend setzt eine Entwicklung fort, die bereits 2023 zu beobachten war, als die Großhandelspreise an 457 Stunden negativ waren. Im Juli des vergangenen Jahres stürzte der Day-Ahead-Preis sogar auf -500 Euro pro Megawattstunde ab. Experten warnen, dass die mangelnde Flexibilität des Marktes negative Preise auch in diesem Jahr zur Regel machen könnte. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, prognostizierte, dass 2024 neue Rekordwerte bei solchen Vorfällen erreichen könnte.

Das Ereignis zeigt, wie dynamische Tarife den Stromverbrauch in Phasen eines Überangebots für Haushalte zu einer finanziellen Chance machen können. Da die Großhandelspreise voraussichtlich weiter schwanken werden, könnten negative Preise künftig häufiger auftreten. Vorerst profitieren vor allem Kunden mit flexiblen Tarifen von diesen Marktverwerfungen.

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