Tanktourismus boomt: Warum Deutsche im Ausland günstigeren Sprit kaufen – und was der Zoll dazu sagt
Niklas SchmitzTanktourismus boomt: Warum Deutsche im Ausland günstigeren Sprit kaufen – und was der Zoll dazu sagt
Deutsche Autofahrer tanken zunehmend im Ausland, um von den günstigeren Spritpreisen in den Nachbarländern zu profitieren. Mit Preisen von mittlerweile über zwei Euro pro Liter in Deutschland füllen viele Kanister ab, um Geld zu sparen. Doch die Zollbehörden gehen verstärkt gegen diejenigen vor, die mehr als die erlaubte Menge von 20 Litern mitbringen.
Die Kraftstoffkosten in Deutschland haben Rekordhöhen erreicht und treiben viele Autofahrer dazu, im Ausland nach besseren Angeboten zu suchen. Am 8. März 2026 kostete ein Liter Diesel in Aachen 2,12 Euro, während der gleiche Kraftstoff nur wenige Kilometer entfernt in Eupen, Belgien, für 1,79 Euro zu haben war. Benzin war dort mit 1,64 Euro pro Liter noch günstiger.
Laut geltenden Bestimmungen dürfen Privatpersonen bis zu 20 Liter Kraftstoff in Reservekanistern aus einem anderen EU-Land mitbringen, ohne zusätzliche Steuern zahlen zu müssen. Der ADAC rät jedoch aus Sicherheitsgründen, nicht mehr als 10 Liter zu transportieren. Diese Grenzen gelten sowohl für Kraftstoff, der nach Deutschland eingebracht als auch in Reservebehältern aus Deutschland herausgebracht wird.
Die Zollbehörden verzeichnen einen Anstieg des sogenannten "Tanktourismus" und verschärfen die Kontrollen – insbesondere an den Grenzen zu Polen und Tschechien. Wer mit übermäßigen Mengen unversteuerten Sprits erwischt wird, riskiert Bußgelder oder andere Strafen. Gleiche Beschränkungen gelten auch für diejenigen, die Deutschland mit Extra-Kraftstoff verlassen, wobei die erlaubten Mengen je nach Zielland variieren können.
Zwar mag der Kauf von günstigerem Sprit im Ausland wie eine schnelle Ersparnis erscheinen, doch das Überschreiten der 20-Liter-Freigrenze kann teure Folgen haben. Die Zollkontrollen werden immer strenger, besonders an den Grenzen zu Polen und Tschechien. Autofahrer müssen daher abwägen, ob die möglichen Einsparungen die Risiken von Strafen beim Transport zusätzlichen Kraftstoffs wert sind.






