Thüringens Freilichtmuseen starten trotz Rekord-Spritpreisen in die neue Saison
Matteo BöhmVerhindert der Spritpreis Besuche in Freilichtmuseen? - Thüringens Freilichtmuseen starten trotz Rekord-Spritpreisen in die neue Saison
Thüringens Freilichtmuseen bereiten sich trotz steigender Spritpreise auf eine vielversprechende Saison vor. Drei große Standorte – Hohenfelden, Funkenburg und Thüringer Bauernhäuser – öffnen Ende März und Anfang April mit neuen Attraktionen und Veranstaltungen wieder ihre Pforten. Die Veranstalter bleiben jedoch vorsichtig, da die stark gestiegenen Kraftstoffkosten die Besucherzahlen beeinträchtigen könnten.
Das größte der drei Museen, das Freilichtmuseum Hohenfelden, empfängt ab dem 28. März wieder Gäste. Während das Hauptgelände zugänglich sein wird, öffnet das neue Besucherzentrum erst Ende Mai. Die abgelegene Lage macht das Auto für die meisten Besucher unverzichtbar, was Sorgen um die Besucherzahlen aufkommen lässt. Als Reaktion wird derzeit ein Wochenend-Busshuttle ab Erfurt diskutiert, um die Anreise zu erleichtern.
Die Funkenburg in Westgreußen öffnet wie geplant zu Ostern, trotz jüngster finanzieller Schwierigkeiten. Die Besucher erwarten eine Oster-Eiersuche und ein Café, später im Jahr folgen eine Nachstellung der Völkerwanderungszeit sowie das jährliche Funkenburg-Festival.
Die Thüringer Bauernhäuser in Rudolstadt starten am 1. April mit Verbesserungen in die neue Saison, darunter ein restauriertes Eingangstor und eine neue Hochleistungs-Kaffeemaschine. Geplant sind das Burgenland-Weinfest, Open-Air-Kino, Sommertheater und die Rudolstädter Sommerkonzerte. Beliebte Rückkehrer wie der Handwerkertag, das Museumsfest, der Schäfertag und der Thüringer Käsemarkt stehen ebenfalls auf dem Programm.
Seit Anfang 2026 sind die Spritpreise stark angestiegen: Super E10 kostet Stand 18. März 2,04 Euro pro Liter, Diesel 2,17 Euro. Allein zwischen dem 23. Februar und dem 9. März stieg der Benzinpreis um 25 Cent, der Dieselpreis um 43 Cent. Höhere CO₂-Preise und Steuern, die rund 60 Prozent der Kosten ausmachen, haben die deutschen Preise über den EU-Durchschnitt getrieben. Die Museumsmitarbeiter räumen ein, dass die Besucherzahlen sinken könnten, hoffen aber auf eine stabile Saison.
Die Museen haben in neue Einrichtungen und Veranstaltungen investiert, um Besucher anzulocken. Ein geplanter Busanschluss aus Erfurt soll die Transportprobleme abmildern. Dennoch bleibt ungewiss, wie sich die Rekord-Spritpreise auf den ländlichen Tourismus auswirken werden.






