13 March 2026, 20:04

Warum Sucuk nie zum Jugendwort wurde – anders als Döner oder Yallah

Ein Collage von vier lächelnden Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien mit dem Text "International Education Week" in der Mitte.

Warum Sucuk nie zum Jugendwort wurde – anders als Döner oder Yallah

Der Begriff Sucuk – ursprünglich eine türkische Wurstspezialität – ist seit langem fester Bestandteil des deutschen kulinarischen Wortschatzes. Doch anders als andere durch Migration geprägte Begriffe hat er sich nicht zu einem weitverbreiteten Jugendwort entwickelt. Während Ausdrücke wie Döner, Kebab, Yallah oder Lan in der Jugendsprache Fuß fassten, blieb Sucuk weitgehend auf seine ursprüngliche Bedeutung als Lebensmittel beschränkt.

Seit den 1990er-Jahren prägen türkisch-deutsche Begriffe die Jugendsprache, insbesondere in städtischen Räumen. Döner und Kebab, die bereits in den 1970er-Jahren nach Deutschland kamen, wurden längst zum Allgemeingut. Yallah – ein Aufforderungsruf – verbreitete sich in den 2000ern durch Rap und Hip-Hop. Lan, ein arabischer Verstärker, etablierte sich ebenfalls in den 1990ern in Migranten-Jugendkreisen. Diese Begriffe gediehen dank Migration, Musik und multikulturellem Austausch.

Sucuk jedoch schlug nie einen ähnlichen Weg ein. Sprachwissenschaftliche Studien und Medienberichte zeigen: Eine nennenswerte slanghafte Verwendung über die kulinarische Bedeutung hinaus gibt es nicht. Das Goethe-Institut betont, dass sich Jugendsprache ständig weiterentwickelt – doch Sucuk hat es nie in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft, anders als seine Pendants.

Auf der Frankfurter Buchmesse 2024 wurde bei Diskussionen über Jugendsprache deutlich, dass Begriffe wie Sucuk theoretisch für kulturelle Verschmelzung stehen könnten. Doch Experten wie der Jugendforscher Simon Schnetzer bestätigen: Im Alltagsslang taucht der Begriff nicht auf. Auch die Langenscheidt-Trendstudie fand keine Hinweise darauf, dass Sucuk unter jungen Deutschen als Zeichen von Zugehörigkeit oder Coolness dient.

Obwohl Medien und soziale Netzwerke vielfältige sprachliche Einflüsse feiern, bleibt Sucuk ein Nischenbegriff. Seine geringe Präsenz im Slang steht im scharfen Kontrast zur breiten Verbreitung anderer türkisch-deutscher Ausdrücke.

Die Geschichte von Sucuk zeigt, wie manche migrationsgeprägten Begriffe in der Jugendkultur ankommen – während andere in ihrem ursprünglichen Kontext verharren. Anders als Döner, Yallah oder Lan wurde Sucuk nie zum Identitäts- oder Trendmarker. Vorerst bleibt es ein kulinarischer Begriff – einer, der trotz seines Potenzials nie ein Eigenleben als Jugendwort entfaltete.

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