Düsseldorf bekommt erste Pilotanlage für nachhaltigen Flugkraftstoff bis 2028
Niklas SchmitzDüsseldorf bekommt erste Pilotanlage für nachhaltigen Flugkraftstoff bis 2028
Am Flughafen Düsseldorf entsteht bald eine Anlage für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF). Die Unternehmen Greenlyte und Eurowings haben eine strategische Partnerschaft zum Bau des Werks vereinbart, das 2028 den Betrieb aufnehmen soll. Das Projekt markiert einen Schritt hin zu umweltfreundlicherem Fliegen, ist jedoch mit hohen Kosten und einer zunächst begrenzten Produktionsmenge verbunden.
Die geplante Anlage wird jährlich rund 150 Tonnen SAF herstellen – eine Menge, die bei einer maximal zulässigen Beimischung von 50 Prozent zu herkömmlichem Kerosin etwa 60 Flüge zwischen Düsseldorf und Palma decken würde. Eurowings hat zugesagt, die gesamte Produktion der ersten drei Jahre abzunehmen.
Greenlyte setzt auf ein Verfahren, bei dem Kohlendioxid aus der Luft gefiltert und mit grünem Wasserstoff kombiniert wird. Ein Teil des benötigten Stroms stammt aus einer Solaranlage direkt am Flughafen. Allerdings wird der Kraftstoff voraussichtlich bis zu zehnmal teurer sein als herkömmliches Kerosin.
Laut Florian Hildebrand, dem CEO von Greenlyte, wird das Investment mehr als 10 Millionen Euro betragen. Die Anlage dient als Pilotprojekt, um die Machbarkeit unter Beweis zu stellen, bevor eine Skalierung erfolgt. Eurowings-Chef Jens Bischof fordert politische Unterstützung, um solche Vorhaben breiter zu fördern.
Die Kooperation zwischen Greenlyte und Eurowings soll bis 2028 eine kleinteilige SAF-Produktion ermöglichen. Zwar bleibt die Ausbeute zunächst überschaubar, doch das Projekt könnte den Grundstein für größere Anlagen in der Zukunft legen. Über den langfristigen Erfolg entscheiden werden die hohen Herstellungskosten und die Frage, inwieweit die Politik den Ausbau vorantreibt.






