Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen digitale sexualisierte Gewalt nach Deepfake-Skandal
Nina LehmannNeubaur fordert schärfere Gesetze gegen digitale sexualisierte Gewalt nach Deepfake-Skandal
Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat dringende Rechtsreformen gefordert, um digitale sexualisierte Gewalt wirksam zu bekämpfen. Sie würdigte Collien Fernandes für ihren Mut, sich öffentlich über den Missbrauch durch Deepfake-Aufnahmen zu äußern, und warnte zugleich, dass die aktuellen Gesetze mit der rasanten Entwicklung des Problems nicht Schritt halten.
Neubaur bezeichnete Fernandes als "eine mutige Frau", die mit ihrem Fall an die Öffentlichkeit gegangen sei. Die Schauspielerin hatte Ende 2025 Anzeige gegen Christian Ulmen in ihrem ehemaligen Wohnsitz Spanien erstattet – ein Land, das mit neuen Regelungen die nicht einvernehmliche Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Pornografie unter Strafe stellt. Das spanische Ley Orgánica 3/2024, das im Mai 2024 verabschiedet wurde, schloss bestehende Lücken, indem es sowohl die Herstellung als auch die Weitergabe solcher Inhalte verbietet – selbst dann, wenn keine Minderjährigen beteiligt sind.
Neubaur betonte, dass Deepfakes längst kein Nischenthema mehr seien, sondern eine flächendeckende Bedrohung darstellten. Sie kritisierte die zögerliche Reaktion der Politik und forderte Deutschland auf, dem spanischen Vorbild zu folgen. Zu ihren Vorschlägen gehören spezialisierte Gerichte für Fälle sexualisierter Gewalt sowie die gleichwertige Ahndung digitaler und physischer Straftaten im Strafrecht. Zudem wies sie auf gravierende rechtliche Schlupflöcher hin, die Tätern weiterhin Straffreiheit ermöglichen.
Der Fall Fernandes hat die wachsende Zahl von Betroffenen ins öffentliche Bewusstsein gerückt. Neubaur hofft, dass Fernandes' Entscheidung, sich zu äußern, andere ermutigt, sich zu melden und für strengere Schutzmaßnahmen einzusetzen.
Der Druck auf eine Reform wächst, während die Fälle digitaler sexualisierter Gewalt weiter zunehmen. Spaniens aktualisierte Gesetze setzen zwar ein Zeichen, doch Neubaur besteht darauf, dass Deutschland schnell handeln muss, um eigene rechtliche Lücken zu schließen. Ohne Veränderungen, so ihre Warnung, blieben Opfer weiterhin ungeschützt und Täter ungestraft.






