NRW führt neues Punktesystem für ökologische Solarparks auf Freiflächen ein
Niklas SchmitzNRW führt neues Punktesystem für ökologische Solarparks auf Freiflächen ein
Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Leitfaden zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat einen neuen Leitfaden für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Solarparks auf Freiflächen vorgelegt. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz (LANUV) entwickelte das System, um die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen für die Flächeninanspruchnahme durch Projektentwickler zu standardisieren. Die Veröffentlichung erfolgt im Zuge der ehrgeizigen Pläne der Region, ihre Solarkapazitäten bis 2040 deutlich auszubauen.
Der Leitfaden führt ein Punktesystem von null bis fünf ein, mit dem verschiedene Bereiche einer Photovoltaikanlage bewertet werden. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen Ausgleich. Teilversiegelte Zonen – etwa Schotterwege – werden mit einem Punkt bewertet, ebenso wie die Flächen direkt unter den Solarmodulen.
Auch die Bereiche zwischen den Modulreihen werden in die Bewertung einbezogen, wobei die Punktzahl je nach angestrebtem Lebensraum variiert. Abzüge sind möglich, wenn die Fläche ökologische Ziele verfehlt. Um die Naturverträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde einen Mindestabstand von fünf Metern zwischen den Modulreihen sowie eine Aufständerung der Module mit einer lichten Höhe von mindestens 0,8 Metern.
Das Land strebt an, seine Solarkapazität von derzeit 13,21 Gigawatt auf 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und auf 50 Gigawatt bis 2040 zu steigern. Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) hat jedoch Bedenken geäußert: Er hinterfragt die wissenschaftliche Fundierung des Leitfadens und bezeichnet einige zentrale Annahmen als übermäßig restriktiv.
Das neue Bewertungssystem schafft eine einheitliche Grundlage, um ökologische Auswirkungen in ganz Nordrhein-Westfalen zu messen. Entwickler müssen sich künftig bei der Planung von Ausgleichsmaßnahmen für Solarprojekte an dieselben Regeln halten. Wie wirksam der Leitfaden sein wird, hängt davon ab, inwieweit er sowohl ökologische Ziele als auch die Praxis der Branche berücksichtigt.






