Stefan Raabs teures RTL-Comeback endet mit Quotenflops und internen Konflikten
Matteo BöhmStefan Raabs teures RTL-Comeback endet mit Quotenflops und internen Konflikten
RTLs riskante Wette auf Stefan Raabs Comeback belastet Finanzen und Stimmung im Haus
Die große Investition des Senders in die Rückkehr von Stefan Raab hat zu finanziellen Engpässen und internen Spannungen geführt. RTL garantierte dessen Produktionsfirma ein Projektvolumen von mindestens 90 Millionen Euro – doch enttäuschende Quoten und schwache Werbeeinnahmen wecken zunehmend Zweifel. Mitarbeiter fragen sich inzwischen, ob die hohen Kosten gerechtfertigt waren.
Eigentlich hatte RTL große Erwartungen an Raabs Rückkehr geknüpft: Seine Shows sollten die Abonnementzahlen für den hauseigenen Streamingdienst RTL+ steigern. Inga Leschek, Chefinhaltverantwortliche des Senders, prophezeite, sein Comeback werde neue Zuschauer anziehen und die Attraktivität der Plattform stärken. Doch bereits seine erste Sendung, "Hier gewinnst du keine Million", verlor nach einem anfänglichen Subscriber-Schub schnell an Zugkraft. Die Quoten brachen ein, besonders bei jüngeren Zuschauern, sodass RTL die Show absetzte und die verbliebenen Folgen ins lineare Fernsehen verlegte.
Kritik am hybriden Format der Sendung ließ nicht lange auf sich warten. Leschek räumte ein, das Konzept sei schwer vermarktbar gewesen, während der YouTuber Klengan schwache Werbeeinnahmen durch Raabs Projekte als Mitauslöser für Entlassungen und auslaufende Verträge nannte. RTL wies einen direkten Zusammenhang zwischen Stellenstreichungen und Raabs Ausgaben zwar zurück – doch ein Mitarbeiter bestätigte wachsende Verärgerung über die hohen Produktionskosten bei mageren Ergebnissen.
Auch Raabs zweite Show, "Die Stefan Raab Show", konnte nicht überzeugen. Ihre Einschaltquoten fielen sogar noch niedriger aus als bei der eingestellten Vorgängersendung und nährten weitere Zweifel an der Investition. Trotz der Rückschläge hält RTL an seinen finanziellen Zusagen fest: Raabs Firma bleibt das garantierte Produktionsvolumen von 90 Millionen Euro gesichert.
Bisher hat sich Raabs Comeback für RTL nicht ausgezahlt. Mit zwei Flops und wachsender Unzufriedenheit im Unternehmen steht der Sender unter Druck, seine Ausgaben zu rechtfertigen. Welche langfristigen Folgen die Wette auf Raab für die Streaming-Strategie und die Belegschaft haben wird, bleibt vorerst offen.






