Falsche Plakate für Null-Euro-Ticket sorgen für Aufruhr an deutschen Bahnhöfen
Falsche Plakate für Null-Euro-Ticket sorgen für Aufruhr an deutschen Bahnhöfen
Falsche Plakate für 'Null-Euro-Ticket' an über 20 Bahnhöfen in Deutschland aufgetaucht
An mehr als 20 Bahnhöfen in ganz Deutschland sind falsche Plakate aufgetaucht, die ein 'Null-Euro-Ticket' für den Öffentlichen Nahverkehr bewerben. Die Aktion der Aktivistengruppe Widerstands-Kollektiv richtet sich gegen sechs Bundesländer, darunter Berlin, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Deutsche Bahn hat die Aktion als betrügerisch verurteilt und prüft nun rechtliche Schritte.
Die Plakate ähneln stark den offiziellen Werbeanzeigen der Deutschen Bahn und suggerieren eine kostenlose Nutzung der Züge. Die Aktivisten richteten zudem eine Website unter bahn-kostenlos.info ein, um das fiktive Angebot zu bewerben. Ihr erklärtes Ziel ist es, Mittel aus der Dienstwagenförderung in den Öffentlichen Verkehr umzulenken und so fahrscheinfreies Fahren zu ermöglichen.
Die Gruppe bestreitet, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Stattdessen argumentieren die Aktivisten, ihre Aktion solle die Debatte über die Verkehrswende in Deutschland vorantreiben. Allerdings kann das sogenannte Adbusting – das Ersetzen echter Werbung durch politische oder satirische Botschaften – strafbar sein, wenn damit Diebstahl oder Sachbeschädigung einhergeht. Bereits 2019 urteilte ein Gericht, dass solche Aktionen unter bestimmten Umständen verfolgbar sind.
Die Deutsche Bahn lehnt die Kampagne kategorisch ab und bezeichnet sie als irreführend. Das für die Plakate zuständige Werbeunternehmen Ströer bestätigte, dass die Fälschungen bereits entfernt wurden. Das Widerstands-Kollektiv hingegen hält seine Methoden für gerechtfertigt, um auf dringend notwendige Reformen im Verkehrssektor aufmerksam zu machen.
Die falsche Ticket-Aktion hat einen Konflikt zwischen Aktivisten und Verkehrsbehörden ausgelöst. Sollte die Deutsche Bahn rechtlich gegen die Kampagne vorgehen, könnte dies Präzedenzfall für den Umgang mit ähnlichen Protesten in Zukunft schaffen. Die Plakate sind zwar bereits verschwunden, doch die Diskussion über die Finanzierung des Öffentlichen Verkehrs geht weiter.
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